#022 Inchgower 1996 „Old Particular“, 22 Jahre, 51,5%

Moin moin ihr Lieben,

heute habe ich für euch eine Abfüllung die einen leichten „Hype“ im letzten Jahr hervorrief. Eigentlich möchte ich den Ausdruck „Hype“ gar nicht so oft verwenden, aber auch diese Abfüllung war innerhalb weniger Tage vergriffen und nur noch mit einer enormen Preissteigerung auf dem Sekundärmarkt erhältlich.IMG_1547

Inchgower produziert eigentlich grundsätzlich nur für die Blendindustrie (White Horse und Johnnie Walker). Nur knapp 1% des Outputs findet den Weg als Single Malt in die Abfüllanlage ;-)!!!

Über das schottische Familienunternehmen „Douglas Laing“ möchte ich gar nicht großartig eingehen, da es den meisten ein Begriff sein wird. Diese Abfüllung gehört der Serie „Old Particular“ an. Eine Serie von Single Cask Abfüllungen, die in Fassstärke abgefüllt wurden.

Dieser Inchgower wurde 1996 gebrannt und 2018 in die Flaschen gefüllt. Reifen durfte dieser Malt in einem Sherry Butt und insgesamt fanden 610 Flaschen auf den deutschen Markt, denn dieser Whisky wurde exklusiv für Deutschland gebottled.IMG_1548

Farbe: Bernstein, wobei er im Glas deutlich heller ist, als in der Flasche.

Aroma: Zu Beginn dunkle Schokolade, Haselnüsse, intensive Sherrysüße, ein perfekter Start. Er wirkt in der Nase brutal schwer, fast schon sirupartig mit einer angenehmen Milchkaffeenote. Ich hatte bislang nur einen Inchgower im Glas und ich erinnere mich sofort wieder an diese Milchkaffenote, die sehr einprägend zu sein scheint.

Geschmack: Perfekte alkoholische Würzigkeit, tolle geröstete Haselnüsse mit klassischen Sherrynoten. Kaffee und dunkle Schokolade kleben förmlich am Gaumen. Toller runder Geschmack.

Abgang: Langlebig, ölig und ein tolles Röstaroma

Fazit: Aaalso… Den „Hype“ kann ich schon ein wenig nachvollziehen, denn auf der einen Seite bekommt man einen tollen Malt und auf der anderen Seite einen Malt aus einer Destille, die nicht allzuoft solche Knaller auf den Markt bringt. Für den Ausgabepreis sehr gelungen!

88/100 Punkte

In diesem Sinne

vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

 

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# 021 Arran 8 Jahre – bottled for Whizita Flickenschild – , 57%

Moin Moin ihr Lieben,

wie in meinem letzten Beitrag schon angedeutet, möchte ich euch eine neue Abfüllung aus dem Hause Arran vorstellen, die extra für die Neueröffnung von Whizita Flickenschild abgefüllt wurde.1

Arran wurde offiziell 1997 auf der gleichnamigen Insel Isle of Arran von der Queen eröffnet. Damit besitzt Arran nach 150 Jahren (Lagg Distillery) endlich wieder eine Whiskybrennerei. Eigentümer der Brennerei sind die „Isle of Arran Distillers“ und gehören somit nicht, wie viele andere Brennereien, zu einem der großen Spirituosenkonzerne, was ich persönlich sehr charmant finde, da man bei einigen den Einfluss eines solchen Konzerns deutlich zu spüren bekommt ;-)!

Aber nun zum Whisky… Der Arran 8 Jahre durfte die komplette Zeit in Sherry Hogsheads reifen, bis er dann am 15.08.2018 in die Flaschen abgefüllt wurde. ABgefüllt wurde ungefärbt, nicht kühlgefiltert und natürlich in Faßstärke. Insgesamt stehen der Whiskywelt 279 Flaschen zur Verfügung.3

Farbe: Goldton mit einem Hauch Bernstein (leider sieht er auf dem Foto deutlich dunkler aus)

Aroma: Zu Beginn erfrischende Zitrusnote mit leichter Minze, jedoch nicht alkoholisch. Grüner saurer, aber sehr frischer Apfel und Limetten was mich sofort an einem Mojito erinnert :-)!!! Zum Schluss gesellt sich dann noch eine süße Puderzuckernote dazu.

Mit Wasser wird der Malt deutlich süßer und malziger, tendiert stark in Richtung gezuckerte Cornflakes. Die Minze verschwindet komplett und es bleibt die Süße.

Geschmack: Sehr starker Antritt der ganz schön auf die Tube drückt… Er ist jedoch auf der Zunge deutlich süßer als in der Nase, denn jetzt schmeckt man das Sherryfass mit leichten Rosinen- und Dattelnoten. Dazu kommt eine leichte Bitterkeit und eine angenehme Vanille.

Mit Wasser wird der Whisky sehr „gefährlich“ :-D… Er wird sehr sanft nahezu umgänglich und brutal süffig.

Abgang: sehr lange und ölig

Fazit: Ohne Wasser bekommt man hier einen sehr stürmischen Whisky präsentiert, der ordentlich Dampf hat. Wer dann noch gerne mit Wasser spielt, der kann hier ganz toll variieren. Ich persönlich finde ihn mit Wasser etwas besser, da die fruchtigen Komponenten deutlich in den Vordergrund rücken und nicht ganz so ungestüm daherkommt.

85/100 Punkte

In diesem Sinne

vielen Dank fürs Lesen

euer Erle

# 017 Talisker 8 Jahre, Diageo Special Release, 59,4%

Moin Moin ihr Lieben…

Heute begebe ich mich auf die schottische Isle of Sky, zur dortigen Destillerie Talisker. Talisker gehört zum Spirituosengigant „Diageo“ welcher jedes Jahr eine sogenannte „Special-Release-Reihe“ auf den Markt bringt. Diese Reihe besteht überwiegend aus speziellen und limitierten Abfüllungen, was man auch im Preis zu spüren bekommt.

Dieser 8-jährige Talisker in Fassstärke ist der jüngste und auch günstigste Whisky in der diesjährigen Reihe. IMG_1371

Die im Jahr 1831 gegründete Brennerei durfte sich lange als die Einzige auf der Isle of Skye rühmen, bekamen nun aber, vor nicht allzu lange Zeit, Gesellschaft durch die neue Torabhaig Distillery.

Wie oben erwähnt wurde dieser Whisky in Fassstärke, nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert abgefüllt. Er wird zwar als limitiert dargestellt, wie hoch oder niedrig diese ist, ist nicht bekannt. Reifen durfte er in einem 1st Fill Ex-Bourbon Hogshead aus amerikanischer Weißeiche.IMG_1365

Farbe: satter Goldton

Aroma: Klassisch für Talisker, eine schöne Jodnote, maritime Salzigkeit und leicht algig. Hinzu kommt eine schöne Pfeffrigkeit, die dann von den 1st Fill Ex-Bourbonfässern in Form von einer tollen Vanillenote, floralen, grasigen und heuigen Noten abgelöst werden. Er wirkt in der Nase extrem „wild“, als ob man die ganzen Aromen nicht ganz unter Kontrolle halten konnte :-D!!!

Geschmack: Japp, da ist er, der „Chili-Catch“… Und durch den hohen Alkoholgehalt ist der sehr intensiv. Sehr wild und rau auch im Geschmack. wenn er sich dann etwas beruhigt kommt die salzig speckige Rauchigkeit auf, gesalzene helle Früchte (Apfel und Birne) und saure Pfirsichringe.

Abgang: Lang, trocken werdend, holzig und leicht salzig.

Fazit: Ich bin positiv überrascht. Ich bin jetzt nicht der größte Talisker-Fan und hatte mir nach der Papierlage nicht allzu viel erhofft. Für seine acht Jahre kommt dieser Talisker sehr vielschichtig rüber und hat einiges zu bieten. Aktuell wird es jedoch enorm schwer sein, diesen Talisker für „normales“ Geld erwerben zu können.

84/100 Punkte

 

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle