#012 Glenrothes 13 Jahre „Halloween Edition“, 46,6%

Nachdem Glenrothes vor kurzer Zeit die komplette Standard-Range erneuerte, schafften sie es auch, eine Sonderedition, passend zum diesjährigen Halloween, auf den deutschen Markt zu bringen, den Glenrothes 13 Jahre „Halloween Edition“.IMG_1471

Die in der Speyside liegende und 1878 durch James Stuart gegründete Brennerei, destillierte den New Make für die Halloween-Edition am 31.10.2004 (Halloween) und füllten ihn einen Tag später in American Oak Sherry-Casks in denen er anschließend komplette 13 Jahre reifen durfte. Insgesamt schafften es 2.202 Flaschen ans Tageslicht.

Nur als kleine Randnotiz, die Brennerei liegt direkt neben einem Friedhof, was den Halloween-Charakter hier angeblich weiter ausschmücken sollte ;-).IMG_1480

Farbe: dunkler Goldton… Eines vorweg… Auch wenn es sich um eine Sherry-Vollreifung handelt, die Flasche ist leider gefärbt ;-).

Aroma: Richtig „aufdringliche“ Honigsüße zu Beginn, sehr cremig, riecht fast schon nach einem klassischen Honig-Met. Dazu gesellt sich eine leichte Vanillenote mit einer leichten Würzigkeit. Anfangs ist jedoch diese Honigsüße brutal präsent. Je länger er jedoch an der Luft ist, desto fruchtiger wird er und die Honigsüße tritt in den Hintergrund. Erinnert mich an einen schönen fruchtigen Vanillepudding. Eiche ist auch aufzufinden, jedoch wird sie ein wenig durch die Süße verdeckt.

Geschmack: Antritt ist schön würzig und kräftig. Der cremige Honig schwebt schön mit, also quasi ein pfeffriger Honig-Met. Cremiges Mundgefühl, wobei im Geschmack dann eher ne Frucht durchsticht, die mich an diese Pfirsichringe von Haribo erinnern (unbezahlte Werbung 😉 ).

Abgang: kurz-mittel… Leider etwas unspektakulär, hätte mir da etwas mehr gewünscht.

Fazit: Grundsolider Whisky aus dem Hause „The Glenrothes“. Was mich jedoch sehr positiv stimmt ist, das Glenrothes auf Altersangaben umschwenkt. Die 46,6% sind für die Halloween-Edition wunderbar, alles was drunter wäre, würden dem Whisky „schaden“. Ich bin gespannt, wie die neue Standard-Range ausfällt, die ich natürlich ebenfalls hier besprechen werde.

84/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

#007 Ardbeg „Twenty Something“ 22 Jahre, 46,4%

Ich hatte ja tatsächlich etwas länger überlegt, ob ich mich mit der Neuerscheinung des Ardbeg „Twenty Something“ 22 Jahre überhaupt beschäftigen sollte, doch das Interesse meinerseits war einfach zu groß, da ich die Vorgänger leider noch nicht im Glas hatte.Ardbeg Twenty Something 22 Jahre - 4

Die Brennerei Ardbeg liegt auf der schottischen „Whisky-Kult-Insel“ Islay und wurde 1815 gegründet. Nach mehreren Schließungen und Wiedereröffnungen wurde Ardbeg 2004 durch den Großkonzern Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) aufgekauft.

Im Jahr 2016 startete die Serie „Twenty Something“ mit einer 21-jährigen Abfüllung, gefolgt von dem 23-jährigen im Jahr 2017. Warum jedoch dieses Jahr ein Rückschritt getätigt wurde und „nur“ noch ein 22-jähriger aufgelegt wurde, kann ich leider nicht beantworten. Für viele abschreckend, ist der Ausgabepreis von sage und schreibe 490€!!!

Viele schreien jetzt HYYYPE!!! und Andere wiederum wiederlegen es mit dem „Angebot/Nachfrage-Argument“. Für mich ist es ganz klar eine absolut übertriebene Preispolitik für diese Serie und ich spreche nur für diese Serie. Es geht nicht um die Ardbeg Twenty Something 22 Jahre - 1jährlichen NAS-Abfüllungen, dessen Preisentwicklung der Sekundärmarkt pulverisiert, sondern um diese Serie, die preislich so hoch angesetzt ist, dass es selbst auf dem Sekundärmarkt kaum mehr Platz für eine solche Entwicklung gibt :-).

Aber nun zur Abfüllung. Der Twenty Something 22 Jahre wurde im Frühling 1996 destilliert und am 18.07.2018 in die Flasche gefüllt. Reifen durfte er zu 100% in 1st Fill Bourbon Casks. Insgesamt gibt es 2.400 Flaschen weltweit

Ich habe, um es den meisten deutlich zu machen, einfach mal den Ardbeg Ten als Vergleichsobjekt benutzt, da ich davon ausgehe, dass diesen den meisten bekannt ist

Farbe: strohiges Gold und einen Tick dunkler als der TENArdbeg Twenty Something 22 Jahre - 6

Aroma: sehr dezenter Rauch, den man so von einem Ardbeg nicht erwarten würde. Man muss gar nicht lange hinter dem rauchigen Vorgang suchen und schon bekommt man eine Ladung Holz, gepaart mit sehr reifen Zitrusfrüchten. Lässt man ihm noch ein bisschen Zeit gehen die Zitrusfrüchte ins exotische über.

Geschmack: schöner typischer Ardbeg Ascherauch, jedoch sehr dezent und nicht so ein Klopper wie man ihn von Arbeg kennt. Viel Eiche die einen fast schon zu sehr dominieren kann, viele helle Früchte, die jedoch durch die viele Eiche nicht so präsent sind. Aber wo ist der Teer, Jod, Seetang und die vielen anderen klassischen Aromen? Ganz anders als man ihn kennt.

Abgang: Mittellang

Fazit: Wenn ich jetzt mal den Preis außer acht lasse, dann ist das eine tolle Ex-Bourbonfass-Reifung… Aber ganz ehrlich liebes Moët Hennessy-Ardbeg-Team, ist das euer Ernst? 490€?! Die tun selbst dem leidenschaftlichsten Sammler schmerzhaft weh… Dieser Preis steht für den Inhalt dieser Abfüllung in keinem Verhältnis. Der Eine schiebt es auf die limitierte Stückzahl und der Andere darauf, dass man hier den Geschmack der guten alten Zeiten an den Mann/Frau bringen möchte. Vielleicht passt man einfach die Preise wieder an die „gute alte Zeit“ an 😉 .

87/100 Punkte

In diesem Sinne

Danke fürs Lesen

Euer Erle

#005 SMWS 10.141 „Indulgence by th sea“, 59,5%

Wer sich bislang noch nicht mit „The Scotch Malt Whisky Society“ (SMWS) beschäftigt hat, der wird auch in meinem Blog hier keine großen Ausführungen über den wohl größten Whiskyclub der Welt lesen. Jedoch muss ich vorab sagen, dass ich bislang immer gute bis hervorragende Whiskys probieren durfte. IMG_1239

Der Ursprung dieses Clubs findet sich im Jahre 1983 wieder und wurde von mehreren Freunden in Edinburgh gegründet. Die SMWS bringt regelmäßig Single Cask Abfüllungen schottischer Brennereien auf den Markt, die immer in Fassstärke und weder gefärbt noch kühlgefiltert wurden. Um jedoch Abfüllungen des SMWS kaufen zu können, muss man eine Mitgliedschaft abschließen, die meiner Meinung nach nicht die günstigste ist.

Ich hatte das Glück, über einen tollen Kontakt der Whisky-Community, diese tolle Flasche ergattern zu können. Die Feis-Ile 2018-Abfüllung vom SMWS mit dem Code 10.141 (Bunnahabhain). Der Whisky wurde 2005 gebrannt und 2018 in die Flasche gefüllt (12 Jahre). Reifen durfte er in einem Refill Ex-Bourbon-Fass. ECHT JETZT!!! Ein Refill für ein Feis-Ile??? Das war mein erster Gedanke, denn ich erhoffte mir, dass für ein Feis-Ile-Festival etwas mehr aufgetischt wird, aber das ist meine persönliche Meinung. Insgesamt gibt es 174 Flaschen für die Welt.IMG_1238

Farbe: heller Goldton (was definitv zu einem Refill passt, jedoch ist der so hell, dass ich befürchte, dass es sich eventuell um ein 3rd-Fill handeln könnte).

Aroma: Der Alkoholgehalt von fast 60% ist kaum spürbar. Im ersten Moment kommt eine große Fracht schöner saftiger Zitrusfrüchte entgegengeschossen und dann eine deutliche Marzipan- mit einer tollen Süßholznote. Mir fehlt ein wenig der Bunna-Charakter, aber die Nase ist echt lecker.

Geschmack: Schöner dezenter Antritt mit einer tollen Würze, gefolgt von ner fast schon unangenehmen holzigen Bitterkeit, die zum Glück schnell wieder verschwindet. Denn dann kommen die vollreifen Früchte zum Vorschein. Schönes volles cremiges Mundgefühl, jedoch fehlen mir hier so ein wenig die klassischen Vanillearomen, die ich echt gerne in einer Ex-Bourbon-Reifung haben möchte.

Abgang: Mittellang mit ner leichten Bitterkeit

Fazit: Eine schöne Ex-Bourbon-Reifung, AAAAABER ;-)….. Ich hatte mir unter einer Feis-Ile-Abfüllung etwas mehr erhofft. Vielleicht ein 1st Fill Ex-Bourbon-Fass, um noch mehr Komplexität zu erreichen. Ansonsten ein guter solider Whisky, jedoch für mich dann doch etwas zu teuer, was wohl an SMWS und Feis Ile liegen wird ;-)!!!

83/100 Punkte

In diesem Sinne

Danke fürs Lesen

Euer Erle

 

 

#004 Octomore Edition 09.1, 59,1%

Wenn jemand heutzutage Octomore liest oder hört, dann verbindet man das sofort mit einem Torfmonster der Kult-Islay-Brennerei Bruichladdich. Was einige aber nicht wissen ist, dass Octomore im 19-Jahrhundert noch eine Whiskybrennerei war, die jedoch 1852 wieder geschlossen wurde. 2008 kamen Überlegungen auf, diese Brennerei wieder zum Leben zu erwecken, was jedoch nicht verwirklicht wurde. Wer weiß, was es ansonsten für interessante Whiskys gegeben hätte ;-)!

Im September 2018 war es dann so weit und es kam der erste Teil der 9. Edition auf den deutschen Markt, der Octomore διάλογος 9.1.

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Dieser durfte 100 % in 1st-Fill-Fässern aus amerikanischer Eiche reifen, die wie folgt aufgteilt waren:

– Ex-Jim-Beam (51 %)

– Ex-Jack-Daniels (26 %)

– Ex-Clermont (15 %)

– Ex-Old-Grand-Dad (8 %)

Der Whisky wurde 2012 gebrannt und kam 2018 (5 Jahre) in 42.000 Flaschen. Wie bislang alle Octomore wurden diese weder gefärbt noch kühlgefiltert und in Fassstärke abgefüllt.

Farbe: heller Goldton

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Aroma: Ich hatte keine Sekunde den Dram im Glas, stand schon ein intensiver speckiger Ascherauch in der Luft, so wie man es von Octomore kennt und gewohnt ist. Nach kurzer Zeit verfliegt der Rauch ein wenig und es kommt eine süße vanillige Weinnote durch. Kurz und knapp, kommen mit etwas Zeit, die klassischen Ex-Bourbon-Aromen ans Tageslicht. Schöne Vanille, leichte Zitrusnoten, zusammen mit dem typischen Ascherauch. Und zur Überraschung hatte ich dann noch eine Zimtnote, die ich so intensiv und deutlich selten in einem Whisky riechen konnte. Bin positiv überrascht.

Geschmack: Zu Beginn suchte ich ein wenig nach den 59,1% und plötzlich überrollten sie mich förmlich. Kräftiger Rauch, was auch sonst bei einem ppm-Gehalt von 156, aber nicht so extrem, dass es einen aus den Latschen haut. Tolle Bourbonnoten in Form von angenehmer Vanille und richtig tollen hellen Früchten. Mit Wasser wurde der Gute dann etwas lieblicher. Rauch war noch deutlich vorhanden, aber die Vanille und vor allem die Früchte wurden sehr dominant.

Abgang: Mittellang, jedoch „klebte“ der Rauch noch lange am Gaumen 🙂

Fazit: Also ehrlich gesagt, war ich bei der Fasszusammensetzung etwas skeptisch, aber im Nachhinein bin ich mal wieder positiv überrascht. Klar den typischen Octomore-Rauch liebt man oder kann damit gar nichts anfangen. Ich finde ihn klasse und das zusammen mit den Ex-Bourbonfässern macht die Sache angenehm rund und ist ein toller Einstieg in die 9. Serie.

85/100

In diesem Sinne

Danke fürs Lesen

Euer Erle

#003 That Boutique-y Whisky Company, Miltonduff 40 Jahre, 47%

Der etwas kleinere unbekanntere unabhängige Abfüller „Atom Brands“ brachte im August 2018 für mich ein wahres Highlight auf den Markt, einen 40!!!-jährigen Miltonduff aus der Serie „That Boutique-y Whisky Company“.

„That Boutique-y“ fallen immer durch ihre aufwendigen bunten Grafiklabels auf, mit Anspielungen auf die Film-, Popkultur- und Whiskyszene. Atom Brands wurde 2018 vom belgisch-brasilianischen Großkonzern Inbev übernommen, die jedoch eher in der Bierwelt“zuhause“ sind.

Leider ist nicht so wirklich bekannt, welche Fässer für dieses kleine Highlight benutzt wurden. Ich konnte nur herausfinden, dass der Whisky in Fassstärke abgefüllt und weder gefärbt noch kühlgefiltert wurde. Für die Welt gibt es insgesamt 478 Flaschen jedoch mit 0,5l.

Farbe: tief dunkles BernsteinIMG_1233

Aroma: Am Anfang kommt ganz langsam eine schöne Eukalyptusnote auf und dann gehts plötzlich ab!!! Da drückt eine intensive Fruchtnote durch (Beeren, Mandarinen, Orangen), die echt brutal ist. Die ist so beeindruckend, dass ich es etwas bereue, nur 2cl für mich beansprucht zu haben. Dann kommt gaaanz viel Eiche und ne tolle Leder- und Tabaknote. Je länger man daran riecht, hat man das Gefühl, dass die Früchte immer reifer werden und das gepaart mit dieser Eichenfracht, MEGA!!!

Geschmack: Boah ist der süß und trocken zugleich. Extrem viel Eiche und dann meine Fresse, wo ist mein Speichel hin. Der wird so furztrocken… Und plötzlich ändert sich wieder alles und die Früchte (Beeren, Beeren, Beeren, rote Beeren, blaue Beeren und etwas Orange) drücken sich in den Vordergrund, Speichelfluss setzt wieder ein und die Süße explodiert förmlich. Das kannte ich noch gar nicht. Durch das Einsetzen des Speichelflusses hatte ich plötzlich nen Obstkorb auf der Zunge!!! Ein bisschen Leder und Tabak sind ganz leicht spürbar, jedoch nur dezent.

Abgang: Jetzt noch!!!

Fazit: Was soll ich über dieses Teil noch schreiben, außer: meine Fresse ist der geil!!! Der ist so vielschichtig und unfassbar lecker und selbst für einen 40-jährigen Whisky, im Vergleich zu anderen Hype-Brennereien, mit 290€ auch noch „bezahlbar“. Da darf man sich auch nicht von den 0,5l-Flaschen abschrecken lassen, der Preis geht schon in Ordnung.

92/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

#006 Elements of Islay – CI11, 55,4%

Moin Moin ihr Lieben…

Eine weitere Abfüllung des unabhängigen Abfüllers „Elements of Islay“ steht auf dem Programm. Heute handelt es sich um den CI11 (Caol Ila Batch 11) der 2008 destilliert und 2018 abgefüllt wurde. Ob er das zehnte Jahr erreicht hat, konnte ich leider nicht in Erfahrung bringen. Dafür ist bekannt, dass der Islay in zwei schönen Oloroso Sherryfässern reifen durfte. Abgefüllt wurde in Fassstärke und der Whisky ist nicht gefärbt und kühlgefiltert.Ci11

Wie in meinen Beitrag #001 schon erwähnt, stammen die „Elements of Islay“ vom britischen UA Elixir Distillers aus London. Die Flaschen ähneln ein wenig Gefäßen aus einem Chemielabor, was auch die kurzen Bezeichungen der Abfüllungen widerspiegeln (Bn, Lp, Bw, Ci usw.). Grundsätzlich werden die Flaschen mit 0,5l abgefüllt. Wie der Name des UA´s schon mitteilt, werden ausschließlich Islay-Whiskys abgefüllt.

Farbe: klassischer Goldton

Aroma: Schöner süßer speckiger Rauch, Bacon pur!!! Eigentlich für mich untypisch für einen Caol Ila, da ich damit immer einen „fuchtigen Birnenrauch“ verbinde. Anfangs ist der Rauch extrem präsent und fast schon aufdringlich. Man muss schon ein wenig „graben“, um etwas Frucht erhaschen zu können, die manchmal unter dem Rauch hervortaucht. Der Alkohol mit 55,4% ist natürlich spürbar, aber nicht unangenehm. Nach ner gewissen Zeit zieht der Rauch ab und es kommen, zu leichten beerigen Fruchtnoten, noch schöne Kräuternoten zum Vorschein, und alles gepaart mit dem Bacon.

Geschmack: Im Mund entfaltet sich der Caol Ila ganz langsam und explodiert dann förmlich. Die 55,4% Vol. sind super eingebunden und bringen ne angenehme Würze mit. Im Geschmack habe ich dann doch eher den klassischen Caol Ila-Rauch und nicht diesen speckigen Rauch wie in der Nase. Zum Rauch kommt dann noch eine angenehme Bitterkeit und leichte Sherrynoten in Form von Datteln.

Ich gab dem Caol Ila dann noch ein paar Tropfen Wasser hinzu, um eventuell noch weiter hinter die „Rauchkulisse“ blicken zu können. Leider gibt er da nicht mehr viel her und flacht komplett ab… Also KEIN Wasser ;-)!!!

Abgang: Lang und wärmend

Fazit: Richtig toller Caol Ila in Fassstärke und ungefärbt. Trotz 0,5l ist der Preis für einen Islay-Whisky mit knapp 50€ mehr als in Ordnung. Auch wenn ich mir erhofft hätte, dass ich mit Wasser etwas mehr hätte herausholen können, ist das für mich eine weitere tolle Abfüllung aus dem Hause Elixir Distillers.

85/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

#002 Mackmyra Vinterglöd, 46,1%

Moin Moin ihr Lieben,

heute darf ich euch eine Neuerscheinung aus dem Hause Mackmyra vorstellen, die neue Seasons Abfüllung Mackmyra Vinterglöd.MAckmyra Vinterglöd

Ich denke über die schwedische Brennerei Mackmyra muss ich nicht mehr viel erzählen, da sie sich mittlerweile auf dem Whiskymarkt stark etabliert haben.

Ich persönlich bin ein großer Fan dieser Abfüllungen, vor allem die sehr rar gewordenen Blomstertid, Sommartid, Midvinter und Midnattssol haben mich extrem begeistert. Leider war ich vom letzten Season, dem „Gruvguld“ etwas enttäuscht und hoffe, dass es dieses Mal wieder etwas bergauf geht, denn der Vinterglöd wird als Nachfolger des „legendären“ Midvinter betitelt.

Die Besonderheit hier ist die Fasszusammensetzung. Der Whisky durfte in PX- und Oloroso-Fässern sowie in sogenannten Glöggvin-Fässer (Glühwein) aus amerikanischer und schwedischer Eiche reifen.

Farbe: heller Goldton

Aroma: Gleich zu Beginn sticht eine schöne kräftige fruchtige Note durch (Pfirsich), die mit der Zeit sich etwas ins Sauere wandelt und in Richtung unreife Kiwi tendiert. Alkohol ist anfangs etwas präsent, verschwindet aber zum Glück relativ schnell wieder. Je länger er atmet, desto feiner und milder wird er und es kommt ne schöne Orangen-, Marzipannote durch, die super zur kommenden Jahreszeit passt. Den Glühwein, in Form einer leichten weinigen Note, habe ich leider nur ab und zu in der Nase.

Geschmack: Hmmmm… Wie soll ich das jetzt beschreiben… Leider hat der Geschmack kaum etwas mit der Nase zu tun. Anfangs kommt ne angenehme Ingwerschärfe durch, die jedoch leider sehr schnell wieder verblasst. Die leichte Bitterkeit der schwedischen Eiche ist auch spürbar. Jedoch fehlt mir hier die Besonderheit der Glöggvinfässer. Ne leichte Weinnote ist erkennbar, aber für meinen Geschmack leider zu gering. Auch das „weihnachtliche“ aus der Nase (Marzipan und Orangen) fehlt mir hier und er kommt auch etwas „sprittig“ rüber.

Abgang: Abgang ist lang und angenehm.

Fazit: Für mich bislang der schwächste „Säsongwhisky“ von Mackmyra. Vielleicht waren meine Erwartungen einfach zu groß und erhoffte mir, dass es einen schönen Nachfolger des Midvinter geben wird. Die Nase ist sehr angenehm und gleicht fast schon einem Likör, dafür enttäuscht er mich im Geschmack auf ganzer Linie.

79/100 Punkte

 

 

#001 Elements of Islay – Bn7, 55,7%

Moin Moin ihr Lieben,Bn7

wie in meiner Facebook-Gruppe schon angedeutet, werde ich den ersten Teil der Abstimmung in die Tat umsetzen. Und zwar wird es ab heute, in regelmäßigen Abständen, kurze Tasting-Notes über Abfüllungen geben, die in meiner Gruppe (Erle´s FT´s) zur Teilung kamen.

Den Anfang macht dann gleich eine tolle Abfüllung vom unabhängigen Abfüller „Elements of Islay“.

Die „Elements of Islay“ stammen vom britischen UA Elixir Distillers aus London. Die Flaschen ähneln ein wenig Gefäßen aus einem Chemielabor, was auch die kurzen Bezeichungen der Abfüllungen widerspiegeln (Bn, Lp, Bw, Ci usw.). Grundsätzlich werden die Flaschen mit 0,5l abgefüllt. Wie der Name des UA´s schon mitteilt, werden ausschließlich Islay-Whiskys abgefüllt.

Ich hatte für euch den Bn7 (Bunnahabhain Batch 7) im Glas und muss sagen, dass es für mich der perfekte Start in diesen Blog hier ist. Der Whisky wurde 2001 gebrannt und nach mehr als 16 Jahre, im Jahr 2018, in die Flaschen abgefüllt. Reifen durfte der Gute in Oloroso Sherry Butts. Insgesamt gibt es 1620 Flaschen für die Welt.

Farbe: Bernstein

Aroma: Was für eine wahnsinnig tolle süße volle Nase, Nougatschokolade vom allerfeinsten, vollreife Pfirsiche, Mango, das komplette Programm exotischer Früchte gepaart mit schönen dezenten Sherrynoten (süße Rosinen). Mit der Zeit wird die Schokolade immer deutlicher und rückt immer mehr in den Vordergrund. Also eine sehr vielversprechende Nase.

Geschmack: Sehr würzig, pfeffriger Antritt, die dann sofort in die Süße übergeht. Schokoladig, cremig, schöne Holzigkeit und alles zusammen perfekt mit dem Alkohol eingebunden. Richtig tolles Teil. Beim zweiten Schluck kamen dann noch leichte Kräuternoten durch, die mich irgendwie sofort an einen „Almdudler“ erinnerten. Extrem vielschichtig im Geschmack!!!

Abgang: Lang

Fazit: Ich muss als Bunna-Liebhaber sagen, dass ich wirklich von dieser Abfüllung begeistert bin. Und Sherry-Freunde kommen bei diesem Whisky voll auf ihren Kosten. Auch die Tatsache, dass es sich hier um eine 0,5l-Flasche handelt und der Preis zwischen 80-100€ liegt, trübt meine Meinung hier absolut nicht. Wer sich noch ne Flasche ergattern kann, sollte das tun, denn der Vorgänger (Bn6) war auch relativ schnell vergriffen

88/100 Punkten

In diesem Sinne

Euer Erle

P.S.: Falls es irgendwelche Anmerkungen, Anregungen oder Wünsche gibt, scheut euch nicht, diese mir mitzuteilen 🙂