#016 Glendronach „Revival“ 15 Jahre Edition 2018, 46%

Moin Moin Ihr Lieben…

Heute stelle ich euch eine Abfüllung vor, auf die sicherlich einige hingefiebert haben, den neuen alten Glendronach „Revival“ 15 Jahre Edition 2018.16184270-1.1024.jpg

In den letzten Jahren gab es immer wieder hitzige Diskussionen, Spekulationen und Preisanstiege um den alten „Revival“, da dieser, aufgrund der Schließung Glendronachs von 1996-2002, enorme Beliebtheit bei Genießern aber auch Sammlern genoss.

Jetzt, im Jahr 2018 ist es wieder so weit, der „Neue“ kommt nach Deutschland. Im Gegensatz zur Optik hat sich jedoch ein kleiner, aber ausschlaggebender Teil verändert. Der „Alte“ war eine 15-jährige Komplettreifung in Oloroso-Sherryfässern was den Unterschied zum „Neuen“ ausmacht. Dieser ist nämlich eine Mischung aus PX- und Oloroso-Sherryfässern, was man nachher sicherlich auch im Geschmack bemerken wird.

Ich bin ja tatsächlich aktuell etwas skeptisch was Glendronach betrifft. Denn seit Glendronach in amerikanischer Hand ist (Brown-Forman), leiden meiner Meinung nach die Neuerscheinungen (Peated, The Hielan und auch der Port Wood) außerhalb der Single Casks-Reihe, etwas darunter. Wir werden sehen…

Auf jeden Fall freut es mich, dass rein optisch das Grün wieder in der Sammlung aufzufinden ist 😉

Farbe: heller Berstein

Aroma: Als erstes kommt eine angenehme Würze auf, die jedoch schnell wieder verfliegt und sich dann in eine reife Fruchtigkeit wandelt, könnte Pfirisch sein. Sherry ist nur leicht vorhanden, nicht so intensiv, wie der „Alte“. Der kam mir „schwerer“ und kräftiger vor. Zu der schönen Würze gesellt sich noch eine leichte Holzigkeit dazu. Im Allgemeinen wirkt er sehr süß.

Geschmack: Da lässt sich jemand Zeit… leichte Würze kommt ganz langsam auf. Deutlich mehr Sherry im Geschmack als im Aroma. Dunkle Früchte, Rosinen, Nüsse und ein Hauch Kaffee. Was mich dann aber positiv überrascht ist, wenn die leichten bitteren Noten ihren Dienst getan haben, kommt eine tolle Orangennoten zum Vorschein, die diesen Revival sehr schön abrundet.

Abgang: Mittellang mit einer süßen Trockenheit und Espresso.

Fazit: früher war alles besser? Kann ich hier zumindest mal nicht bestätigen ;-)… Ein schöner „Neuer“, den man jedoch nicht so ganz mit dem „Alten“ vergleichen kann. Dieser hier kommt mir irgendwie fruchtiger und süßer daher, was ich sehr gut finde. Der „Alte“ war deutlich kräftiger und nicht ganz so charmant :-)… Schönes rundes Teil was mir ganz gut gefällt. Jetzt hoffe ich nur noch, dass er sich preislich auch in einer ordentlichen Region einpendelt ;-).

85/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

#014 Secret Speyside 16 Jahre, The Maltman, 51,8%

Hyper Hyper… Oder um es klarer zu betiteln, Secret Speyside 16 Jahre vom unabhängigen Abfüller „The Maltman“.

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Ja wo fange ich an… Der Andrang auf diese Abfüllung war in den letzten Tagen doch enorm beeindruckend und umso mehr freue ich mich, dass ich davon eine Flasche ergattern konnte. Jedoch nervte es mich schon nach dem ersten Schluck, dass ich ihn in meinen Flaschenteilung eingebaut hatte :-)!!!

Aber erstmal ganz von vorne…

„The Maltman“ ist eine Serie von Einzelfassabfüllungen des schottischen unabhängigen Abfüllers Meadowside Blending mit Sitz in Glasgow.

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Nach dem 10-bzw 14-jährigen Secret Speyside folgte im November 2018 der 16-Jährige. Die Brennerei wird bei diesen Abfüllungen nicht angegeben, die meisten „Insider“ sind sich grundsätzlich einig, welche Brennerei hier dahinter stecken sollte. Einen Beleg hat man jedoch nicht, dass sich hier das Große „M“ verbirgt ;-).

Dieser Speysider durfte, bevor er im September 2018 abgefüllt wurde, komplette 16 Jahre in einem First Fill Sherry Butt verbringen. Abgefüllt wurde in Fassstärke, nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert. Insgesamt standen der Welt 681 Flaschen zur Verfügung.

Farbe: Kastanie, Mahagoni, dunkler Bernstein, Cola… Egal wie, es ist wahnsinnig dunkel.

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Aroma: Alter Verwalter… Da kommt einem eine „Schwere“ entgegen, die sich in der Nase richtig nach Sirup anfühlt. Hier ist so viel Sherryfass drin, Hammer!!! Aber noch nen Tacken länger und er wäre drüber gewesen. Ich habe dunkle frische Rosinen, reife Datteln, die Nusspallette hoch und runter, Melasse, aber auch im Hintergrund reife Früchte wie Apfelsinen… Bei dieser ganzen Sherrywucht hab ich ganz vergessen, dass der 51,8% Alkohol hat, die ich aber kaum wahrnehme… Krasses Aroma, schon lange nicht mehr so einen intensiven Sherry gehabt.

Geschmack: Bääm… Sherryreifung von Feinsten… Schöne schwere Sherrysüße. Anfangs habe ich das Gefühl, dass ich ihn zerkauen müsste, so schwer ist er. Viel Eiche und dann erst drückt der Alkohol mit ner tollen Würze. Der Sherry ist so extrem präsent, dass ich mich lange „durchkämpfen“ muss, um an die Fruchtigkeit, in Form der Aprikosen und Orangen, heranzukommen. Natürlich habe ich hier auch die frischen Rosinen und Datteln im Geschmack. Ein absolutes Brett!

Abgang: voll nach meinem Geschmack… Lang, holzig, fruchtig, schwer mit einer tollen Bitterkeit (Kaffee). Sehr sehr nachtragend der Gute.

Fazit: Für den Ausgangspreis von 117€ hätte ich mir im Nachhinein den Keller vollgestellt. Wenn man jetzt bedenkt, dass da eventuell ein M…..lan in Fassstärke dahinter steckt, dann ist das ein wahres Schnäppchen. Doch leider war der so schnell vergriffen, dass man nicht mal ansatzweise die Chance hatte, eine weitere Flasche abgreifen zu können. Leider explodieren die Preise über gewisse Plattformen ins Unermessliche, aber das ist ja heutzutage nichts Neues mehr. Aber das soll die Freude absolut nicht schmälern, ein weiteres schönes Highlight dieses Jahr.

93/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

#010 Octomore Edition 9.3, 62,9%

Nachdem ich vor wenigen Tagen positiv überrascht vom Octomore 9.1 war, freue ich mich heute umso mehr auf eine weitere Abfüllung aus der 9. Edition, den Octomore 9.3.

Das Besondere hier ist, dass für den Whisky 100% Islay-Gerste der angrenzenden Octomore-Farm verwendet wurde, in Fassstärke und ohne Kühlfiltrierung und mit einem für Octomore-Verhältnisse „geringen“ ppm-Wert von 133 abgefüllt wurde. Insgesamt stehen der Welt 18.000 Flaschen zur Verfügung.

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Der Gute durfte in folgenden Fässern reifen:

  • Full-Term-Reifung in Ex-American-Whiskey und französischen Weinfässern
  • 1st-Fill-Ex-American (25 %)
  • 3rd-Fill-Virgin-Oak (25 %)
  • 2nd-Fill-Ex-Rivesaltes (20 %)
  • 2nd-Fill- Ex-Syrah (20 %)
  • 2nd-Fill-Bourbon (10 %)

Farbe: schönes klassisches Gold

Aroma: Mein erster Gedanke war: Frühstückspause mit angebratenem Speck (und ich liebe Speck zum Frühstück) in einem Sägewerk. Also speckiger Rauch und viel Holz. Wenn man sich dann etwas durch diesen tollen Geruch durchgekämpft hat, trifft man auf eine tolle vielschichtige weinige Süße mit braunem Zucker und ganz vielen hellen und exotischen Früchten. Ich will jetzt nicht behaupten, dass ich da jedes aufgeführte Fass herausrieche, aber man spürt, dass es mehrere Fässer waren, die hierfür benutzt wurden. Was ich hier noch enorm auffällig finde ist, dass durch die Süße der Alkohl fast komplett verdeckt bleibt und kaum spürbar ist. Ich hatte es beim 9.1 schon geschrieben, dass ist ein Aroma nach meinem Geschmack!

Geschmack: wer jetzt denkt, dass sich da der Aschenbecher ausbreitet, wird eher „enttäuscht“ sein. Klar, der Rauch ist da, jedoch eher aschig als speckig. Alkohol ist jetzt deutlich spürbarer als in der Nase. Was man gleich sagen kann, er ist deutlich vielschichtiger als der 9.1. Die exotischen Früchte kommen richtig gut durch, die mit ner angenehmen Vanillenote begleitet werden. Und ganz zum Schluss kommt für mich ein Highlight auf. Mango, Mango, Mango, die man auf einen abgekühlten Holzkohlegrill legte. Weltklasse!!!

Abgang: Lang und trocken und wie bei fast allen Octomore ist dieser aschige Rauch sehr lange spürbar.

Fazit: Für mich seit langem wieder einer der besten Octomore und ein weiteres Meisterstück, der sehr nahe an meinen Liebling den 6.3 heran kommt. Abzug gibt es für mich lediglich wie immer im Preis, denn der ist für einen 5-jährigen Whisky mit 170-180€ schon sehr ambitioniert. Ob der PPM-Gehalt, die Optik und das Marketing diesen Preis rechtfertigen sei mal dahingestellt 😉

89/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

#009 Comhlan 4.0, Glenrothes 18 Jahre, Brühler Whiskyhaus, 57%

Ich habe mir aus einem besonderen Grund diese tolle Abfüllung hier ausgesucht um sie hier zu besprechen. Nein nicht, weil ich irgendwelche Loorbeeren bei Marco Bonn und seinem Team aus dem Brühler Whiskyhaus einheimsen möchte, sondern weil ich einfach mal etwas loswerden will, was mir immer wieder auffällt und tatsächlich enorm auf den Geist geht, da es mich persönlich auch schon einige Male betroffen hatte.

Das was Marco Bonn und viele andere tolle engagierte Menschen hier in der Whisky-Szene auf die Beine stellen, Blut und Wasser schwitzen, das komplette Leben nach einer Leidenschaft richten und dann so einen großen Aufwand für UNS alle betreiben, dass es auch an gesundheitliche Grenzen gerät, ist unbeschreiblich und verdient meinen allergrößten Respekt. Auch wenn eine Abfüllung, ein Sample oder auch eine Antwort auf eine E-Mail mal ein paar Tage/Wochen/Monate in Verzug geraten, dann ist das eben so. Umso schlimmer finde ich es, wenn irgendwelche Vollsp…. nichts besseres zu tun haben, als dieses tolle Engagement durch dumme Kommentare, Drohmails, Stornierungen oder sonstigen Bedrohungen gefährden oder sogar „zerstören“. Denn leider ist Marco, wie viele unserer Local Dealer auch, als Unabhängiger Abfüller nur ein ganz kleines Licht in der Welt der unabhängigen Abfüller. Zudem laufen die Uhren in Schottland nochmal ganz anders als hier in Deutschland.

Also Hirn einschalten, selbstreflektieren und froh sein, dass man überhaupt an solch tolle Abfüllungen, Veranstaltungen oder sonstigen Events durch unsere „Local Dealer“ rankommt oder teilnehmen kann. Denn keiner lässt einen absichtlich warten oder im Dunkeln stehen.

Und jetzt zum Comhlan 4.0!!!

Comhlan 4.0 - 2

Auch hier steckt wieder eine tolle Idee dahinter. Und zwar wurden beim Verkaufspreis von 78,90€ eine Grundspende von 5€ eingerechnet, die dann gesammelt an das Kinderhospiz St. Nikolaus in Bad Grönenbach gespendet wird.

Beim Comhlan 4.0 handelt es sich um einen 18-jährigen Glenrothes aus dem Sherry Butt, abgefüllt mit 57%, nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert. Insgesamt schafften es 567 Flaschen in den Verkauf (500 x 0,7l und 462 x 0,1l)

Glenrothes liegt in der Speyside und wurde 1878 durch James Stuart gegründet. Glenrothes gehört zum schottischen Spirituosengroßkonzern The Edrington Group, die auch Macallan und Highland Park beheimaten.

Farbe: dunkler Goldton

Aroma: Ok, die 57% können sie definitiv nicht verstecken. Zuerst befinde ich mich auf einem Weihnachtsmarkt mit ganz viel Zimt und Vanille und dann macht es ZACK!!! Alle Gewürze sind weg und auf meinem Weihnachtsmarkt befinden sich nur noch die nackten Holzstände. Kräfrige Eiche die dann nach kurzer Zeit mit schönen Sherryaromen, wie Nüsse, dunkle Schokolade und ganz leichten Datteln, begleitet werden. Sehr schönes vielschichtiges Aroma.

Geschmack: zu Beginn wahnsinnig süß (cremiger Honig), für mich wieder der klassische Brennereicharakter von Glenrothes. Dann schieben die 57% mit einer tollen Würzigkeit dazwischen, was perfekt zu diesem Whisky passt. Die Sherryaromen habe ich auch im Geschmack, jedoch nicht ganz so deutlich wie in der Nase, da noch ne leichte Bitterkeit hinzukommt!

Abgang: Mittellang-Lang mit einer schönen honigsüßen Bitterkeit

Fazit: Absolute klassische Glenrothes Aromakeule in Fassstärke. Zusammen mit diesem besonderen sozialen Hintergrund und dem tollen PLV gibt es von mir beide Daumen hoch.

Durch die Fassstärke kann man noch ganz toll mit Wasser experimentieren und viele tolle Aromen an Land zaubern!

87/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle