# 021 Arran 8 Jahre – bottled for Whizita Flickenschild – , 57%

Moin Moin ihr Lieben,

wie in meinem letzten Beitrag schon angedeutet, möchte ich euch eine neue Abfüllung aus dem Hause Arran vorstellen, die extra für die Neueröffnung von Whizita Flickenschild abgefüllt wurde.1

Arran wurde offiziell 1997 auf der gleichnamigen Insel Isle of Arran von der Queen eröffnet. Damit besitzt Arran nach 150 Jahren (Lagg Distillery) endlich wieder eine Whiskybrennerei. Eigentümer der Brennerei sind die „Isle of Arran Distillers“ und gehören somit nicht, wie viele andere Brennereien, zu einem der großen Spirituosenkonzerne, was ich persönlich sehr charmant finde, da man bei einigen den Einfluss eines solchen Konzerns deutlich zu spüren bekommt ;-)!

Aber nun zum Whisky… Der Arran 8 Jahre durfte die komplette Zeit in Sherry Hogsheads reifen, bis er dann am 15.08.2018 in die Flaschen abgefüllt wurde. ABgefüllt wurde ungefärbt, nicht kühlgefiltert und natürlich in Faßstärke. Insgesamt stehen der Whiskywelt 279 Flaschen zur Verfügung.3

Farbe: Goldton mit einem Hauch Bernstein (leider sieht er auf dem Foto deutlich dunkler aus)

Aroma: Zu Beginn erfrischende Zitrusnote mit leichter Minze, jedoch nicht alkoholisch. Grüner saurer, aber sehr frischer Apfel und Limetten was mich sofort an einem Mojito erinnert :-)!!! Zum Schluss gesellt sich dann noch eine süße Puderzuckernote dazu.

Mit Wasser wird der Malt deutlich süßer und malziger, tendiert stark in Richtung gezuckerte Cornflakes. Die Minze verschwindet komplett und es bleibt die Süße.

Geschmack: Sehr starker Antritt der ganz schön auf die Tube drückt… Er ist jedoch auf der Zunge deutlich süßer als in der Nase, denn jetzt schmeckt man das Sherryfass mit leichten Rosinen- und Dattelnoten. Dazu kommt eine leichte Bitterkeit und eine angenehme Vanille.

Mit Wasser wird der Whisky sehr „gefährlich“ :-D… Er wird sehr sanft nahezu umgänglich und brutal süffig.

Abgang: sehr lange und ölig

Fazit: Ohne Wasser bekommt man hier einen sehr stürmischen Whisky präsentiert, der ordentlich Dampf hat. Wer dann noch gerne mit Wasser spielt, der kann hier ganz toll variieren. Ich persönlich finde ihn mit Wasser etwas besser, da die fruchtigen Komponenten deutlich in den Vordergrund rücken und nicht ganz so ungestüm daherkommt.

85/100 Punkte

In diesem Sinne

vielen Dank fürs Lesen

euer Erle

Besuch bei Whizita Flickenschild Whisky & Cigars

Moin Moin ihr Lieben…

Wie ich anfangs mal erwähnt hatte, wird es auch ab und an kurze Berichte und Vorstellungen von Messen und unseren „Local Dealern“ geben.

Heute möchte ich euch „Whizita Flickenschild Whisky & Cigars“, aus dem schönsten Bundesland der Welt (Schleswig-Holstein :-)) aus der beschaulichen Kreisstadt Itzehoe, vorstellen.9

Itzehoe liegt mit seinen knapp über 30.000 Einwohnern ca. 60km nordöstlich von Hamburg und gehört somit noch zur Metropolregion Hamburg.

Als ich das letzte Mal „Whizita“ besuchen konnte, befanden sie sich noch wenige Meter Luftlinie vom heutigen Laden entfernt, in einer kleinen engen Totto-Lotto-Bude, die fast aus allen Nähten zu platzen drohte. Was ich jedoch dieses Mal zu sehen bekam beeindruckte mich enorm. Mitten in der Einkaufspassage der Itzehoer Altstadt leuchtete mich eine riesige Glasfront mit allerlei Leckereien an. Kein Vergleich zum vorherigen Laden, der zwar enormen Charme besaß (vor allem die 1. Etage) jedoch sehr überladen wirkte.

 

Im neuen Laden wurde alles sehr modern, hochwertig und detailliert ausgestattet. Ein absolut großartiges Ambiente. Sehr beeindruckend finde ich zudem, dass alles sehr genau durchdacht ist. Das Mobiliar, dass sich in der Mitte des Ladens befindet, ist einfach zu bewegen, womit man die Ladenfläche innerhalb kürzester Zeit zu einer kleinen „Tasting-Arena“ umbauen kann. Zudem lässt die Auswahl, die im Laden angeboten wird, keine Wünsche aus (Glenfarclas Familiy Cask). Auch ich kam natürlich nicht ohne Mitbringsel davon und musste mir die extra für das Opening abgefüllte Arran-Abfüllung eintüten lassen :-). Diese wird auch in den kommenden Tagen hier in meinem Blog besprochen.

 

 

Schade, dass ich alleine mit dem Auto unterwegs und es relativ früh am Morgen war, denn die Bar bietet zusätzlich noch wahnsinnig viele tolle und interessante offene Flaschen, die es sich lohnt zu probieren lohnt.4

Ich kann es euch nur ans Herz legen, wenn ihr mal in der Nähe seid, dann schaut unbedingt bei Whizita vorbei, es lohnt sich.

 

 

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

 

#020 The Glenrothes New Range, Edition 2018 (10/12/18/25/Makers Cut)

Moin Moin ihr Lieben…

Heute möchte ich euch die neue Range von „The Glenrothes“ vorstellen. Die zur Highland Distillers Group gehörende Brennerei rückte im Jahr 2018 die komplette Standard-Range in ein neues Licht. Was mir sofort gut daran gefällt, es wird mit Altersangaben gearbeitet, was in der Vergangenheit grundsätzlich nicht der Fall war.

Bild 6

Glenrothes liegt im beschaulichen Städtchen Rothes in der schottischen Speyside.  Die Brennerei wurde 1878 von James Stuart & Co. gegründet und begibt sich immer weiter in den Fokus von Whiskyliebhabern. Ich bin gespannt, was die neue Range so zu bieten hat.

Glenrothes 10 Jahre, Sherry Cask matured, 40% Alk., natural colourBild 2

Farbe: helles Gold

Aroma: sehr weich und mild in der Nase. Leichte Honig- und Zitronensüße, die ein wenig den Brennereicharakter widerspiegeln. Hinzu kommt eine leichte Vanillenote. Alles in allem sehr einfach gehalten, ein klassischer Einsteiger. Leider fehlen mir hier etwas die Sherrynoten, wenn er schon in solchen Fässern reifen durfte.

Geschmack: Sehr leicht, vielleicht sogar etwas wässrig. Ihm fehlt definitiv der Alkohol, da sind 40% einfach zu wenig. Er ist jedoch angenehm süß (Honig), leicht vanillecremig und einen Hauch Eiche. Auch auf der Zunge wirkt er sehr unkompliziert.Bild 11

Abgang: kurz und schmerzlos und hinterlässt relativ wenig

Fazit: Der 10-Jährige fällt für mich ganz klar unter die Kategorie „unkomplizierter Einsteiger“. Jedoch fehlt es mir hier an Alkohol und Sherrynoten. Das PLV ist in Ordnung und auch den Brennereicharakter bekommt man ein wenig zu spüren.

77/100 Punkte!!!

 

Glenrothes 12 Jahre, Sherry Cask matured, 40% Alk., natural colourBild 4

Farbe: ebenfalls helles Gold, jedoch einen Tick dunkler als der 10er

Aroma: in der Nase wirkt er zu Beginn komplexer, die Sherrynoten sind hier etwas greifbarer und ist nicht so „sauer“ (Zitronen) wie der 10er. Hier tendiert die Nase eher in Richtung reifere Früchte wie Mandarinen oder Orangen. Insgesamt ist auch der 12er sehr weich im Aroma.

Geschmack: Ein Spiegelbild des 10-Jährigen, nur das hier etwas mehr Eiche präsent ist. Die Früchte sind im Geschmack jedoch wieder etwas saurer und tendieren in Richtung Zitrone. Aber ansonsten, wieder sehr weich und mild mit zu wenig Alkohol.Bild 8

Fazit: Ich habe jetzt erst zwei Abfüllungen probiert und verstehe nicht, warum man mit dem Alkoholgehalt etwas variiert. Ich weiß, man möchte den Einsteiger nicht „erschrecken“, aber man braucht doch nicht zwei ähnliche Abfüllungen in die Range ballern. Der 12er mit 46% Alk. und die Wiese wäre grün :-/. Natürlich ist er trotzdem ein netter Einsteiger mit ordentlichem PLV

78/100 Punkte!!!

 

Glenrothes „Makers Cut“, 1st Fill Sherry Casks, 48,8%, natural colourBild 3

Farbe: dunkler Goldton

Aroma: Tolle intensive würzige Haselnusscreme (Hanuta), Nougatschokolade, tolle frische Rosinen gepaart mit dieser schönen klassischen Honigsüße, die ich bei Glenrothes immer habe.

Geschmack: Endlich… Schöner würziger pfeffriger Antritt (so muss das)… das 1st Fill Sherryfass kommt richtig gut zur Geltung. Eine gaaaanz leichte Jugend kommt da vielleicht im Hintergrund mit, stört mich persönlich überhaupt nicht, da die Sherrysüße wirklich deutlich im Vordergrund steht. Eiche ist auch kaum zu spüren.

Abgang: mittellang mit ganz viel SüßeBild 7

Fazit: Bei diesem Malt passt sehr viel zusammen. Hier sucht man jedoch vergeblich nach dem Brennereicharakter und bekommt dafür sehr viel Fass. Das was den beiden Vorgängern hier fehlte, tut diesem Whisky hier sehr gut. Der Alkohol bringt den Makers Cut ganz weit nach vorne.

85/100 Punkte!!!

 

Glenrothes 18 Jahre, Sherry Casks matured , 43% Alk. natural colourBild 1

Farbe: Gold mit einem Hauch Bernstein

Aroma: zu Beginn eine ledrige Bitterkeit und dann springt mir eine Grapefruit ins Gesicht, die in einer Schreinerwerkstatt aufwachsen durfte :-)!!! Also eine enorme Holzfracht mit einer sehr angenehmen sauren Süße. Im Vergleich zum 10er und 12er merkt man, dass da viel mehr Reife und Komplexität vorhanden ist.

Geschmack: Die 43% tun diesem Malt gut, ist aber trotzdem noch einen Tick zu wenig (46-48% und es wäre perfekt). Die Honigsüße (Brennereicharakter) zusammen mit der Grapefruit sind auch im Geschmack deutlich spürbar. Dazu gesellt sich noch eine angenehme holzig eichige Bitterkeit.

Abgang: Mittellang mit sehr viel Eiche, stark trocken werdendBild 10

Fazit: Runder und schöner Malt… Das PLV mit 100€+ ist solala… Da gibt es definitiv bessere OA´s in dieser Alters- bzw. Preiskategorie.

 

 

83/100 Punkte!!!

 

Glenrothes 25 Jahre, 1st Fill Sherry Casks, 43% Alk. natural colourBild 5

Farbe: Ist der Dunkelste in dieser Range. Helles Bernstein, würde man jetzt nicht auf 25 Jahre 1st Fill tippen ;-)!

Aroma: Das Alter kann dieser Malt nicht verstecken. Wahnsinnige Holzfracht, durch die man sich erst einmal durchkämpfen musste. Anfangs kam noch eine leichte Klebstoffnote auf, die aber ganz schnell wieder verschwand. Wenn man das Holz „besiegt“ hat, gelangt man endlich zu tollen Sherrynoten in Form von Nüssen, leichten Datteln und einen Hauch dunkler Schokolade. Er wirkt komplex und angenehm bringt aber nicht diese „Tiefe“ mit, die ich mir bei diesem Alter und vor allem dieser Preisklasse wünsche.

Geschmack: Sehr volles Mundgefühl und angenehmer Antritt. Im Geschmack ist er deutlich süßer als die Nase und die Holzigkeit kommt hier erst ein wenig im Nachklang. Einen Hauch exotischer Früchte (Mango oder Maracuja) habe ich noch und dann endet das „Spielchen“ hier auch schon… Hmmmm….

Abgang: Lang, trocken und bitterBild 9

Fazit: Man bekommt hier zwar einen komplexen Whisky, dem man sein Alter auch anmerkt. Aber es kommt einfach zu wenig „Tiefe“ rüber, was ich mir bei 25 Jahren und einem Preis von weit über 300€ wünsche. In dieser Preisklasse möchte ich ewig an einem Whisky riechen können und mich etwas darin verlieren dürfen, was jedoch nicht der Fall ist. Rein aus PLV-Sicht, der klare Verlierer in dieser kleinen Runde.

84/100 Punkte!!!

 

Gesamtfazit:

Ich bin ohne große Erwartungen an die neue Range von Glenrothes herangegangen, da ich persönlich schon im letzten Jahr von der neuen Glenallachie-Range, die vom Aufbau und Preissegment ähnlich ist, sehr enttäuscht wurde.

Dieses Mal hält sich die Enttäuschung etwas in Grenzen. Alles in allem sind es ordentliche Whiskys mit denen man die Brennerei gut kennenlernen kann. Leider fehlt mir bei den meisten der Alkohol, die mit Sicherheit mein Fazit deutlich positiver hätten ausfallen lassen können.

Der 10er und 12er unterscheiden sich leider kaum voneinander, eignen sich jedoch super als Einstieg und Whisky- und Glenrotheswelt.

Die beiden „Alten“ sind definitiv gute Malts, schießen aber mit ihrem PLV den Vogel ab. Der 25er ist aktuell mit 355€ zu haben, was für mich defintiv nicht vertretbar ist.

Der Gewinner dieser illustren Runde ist für mich der „Makers Cut“, der im Vergleich zu den anderen vier in Sachen PLV und Geschmack vorne liegt.

 

In diesem Sinne

vielen Dank fürs Lesen

euer Erle