# 017 Talisker 8 Jahre, Diageo Special Release, 59,4%

Moin Moin ihr Lieben…

Heute begebe ich mich auf die schottische Isle of Sky, zur dortigen Destillerie Talisker. Talisker gehört zum Spirituosengigant „Diageo“ welcher jedes Jahr eine sogenannte „Special-Release-Reihe“ auf den Markt bringt. Diese Reihe besteht überwiegend aus speziellen und limitierten Abfüllungen, was man auch im Preis zu spüren bekommt.

Dieser 8-jährige Talisker in Fassstärke ist der jüngste und auch günstigste Whisky in der diesjährigen Reihe. IMG_1371

Die im Jahr 1831 gegründete Brennerei durfte sich lange als die Einzige auf der Isle of Skye rühmen, bekamen nun aber, vor nicht allzu lange Zeit, Gesellschaft durch die neue Torabhaig Distillery.

Wie oben erwähnt wurde dieser Whisky in Fassstärke, nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert abgefüllt. Er wird zwar als limitiert dargestellt, wie hoch oder niedrig diese ist, ist nicht bekannt. Reifen durfte er in einem 1st Fill Ex-Bourbon Hogshead aus amerikanischer Weißeiche.IMG_1365

Farbe: satter Goldton

Aroma: Klassisch für Talisker, eine schöne Jodnote, maritime Salzigkeit und leicht algig. Hinzu kommt eine schöne Pfeffrigkeit, die dann von den 1st Fill Ex-Bourbonfässern in Form von einer tollen Vanillenote, floralen, grasigen und heuigen Noten abgelöst werden. Er wirkt in der Nase extrem „wild“, als ob man die ganzen Aromen nicht ganz unter Kontrolle halten konnte :-D!!!

Geschmack: Japp, da ist er, der „Chili-Catch“… Und durch den hohen Alkoholgehalt ist der sehr intensiv. Sehr wild und rau auch im Geschmack. wenn er sich dann etwas beruhigt kommt die salzig speckige Rauchigkeit auf, gesalzene helle Früchte (Apfel und Birne) und saure Pfirsichringe.

Abgang: Lang, trocken werdend, holzig und leicht salzig.

Fazit: Ich bin positiv überrascht. Ich bin jetzt nicht der größte Talisker-Fan und hatte mir nach der Papierlage nicht allzu viel erhofft. Für seine acht Jahre kommt dieser Talisker sehr vielschichtig rüber und hat einiges zu bieten. Aktuell wird es jedoch enorm schwer sein, diesen Talisker für „normales“ Geld erwerben zu können.

84/100 Punkte

 

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

#016 Glendronach „Revival“ 15 Jahre Edition 2018, 46%

Moin Moin Ihr Lieben…

Heute stelle ich euch eine Abfüllung vor, auf die sicherlich einige hingefiebert haben, den neuen alten Glendronach „Revival“ 15 Jahre Edition 2018.16184270-1.1024.jpg

In den letzten Jahren gab es immer wieder hitzige Diskussionen, Spekulationen und Preisanstiege um den alten „Revival“, da dieser, aufgrund der Schließung Glendronachs von 1996-2002, enorme Beliebtheit bei Genießern aber auch Sammlern genoss.

Jetzt, im Jahr 2018 ist es wieder so weit, der „Neue“ kommt nach Deutschland. Im Gegensatz zur Optik hat sich jedoch ein kleiner, aber ausschlaggebender Teil verändert. Der „Alte“ war eine 15-jährige Komplettreifung in Oloroso-Sherryfässern was den Unterschied zum „Neuen“ ausmacht. Dieser ist nämlich eine Mischung aus PX- und Oloroso-Sherryfässern, was man nachher sicherlich auch im Geschmack bemerken wird.

Ich bin ja tatsächlich aktuell etwas skeptisch was Glendronach betrifft. Denn seit Glendronach in amerikanischer Hand ist (Brown-Forman), leiden meiner Meinung nach die Neuerscheinungen (Peated, The Hielan und auch der Port Wood) außerhalb der Single Casks-Reihe, etwas darunter. Wir werden sehen…

Auf jeden Fall freut es mich, dass rein optisch das Grün wieder in der Sammlung aufzufinden ist 😉

Farbe: heller Berstein

Aroma: Als erstes kommt eine angenehme Würze auf, die jedoch schnell wieder verfliegt und sich dann in eine reife Fruchtigkeit wandelt, könnte Pfirisch sein. Sherry ist nur leicht vorhanden, nicht so intensiv, wie der „Alte“. Der kam mir „schwerer“ und kräftiger vor. Zu der schönen Würze gesellt sich noch eine leichte Holzigkeit dazu. Im Allgemeinen wirkt er sehr süß.

Geschmack: Da lässt sich jemand Zeit… leichte Würze kommt ganz langsam auf. Deutlich mehr Sherry im Geschmack als im Aroma. Dunkle Früchte, Rosinen, Nüsse und ein Hauch Kaffee. Was mich dann aber positiv überrascht ist, wenn die leichten bitteren Noten ihren Dienst getan haben, kommt eine tolle Orangennoten zum Vorschein, die diesen Revival sehr schön abrundet.

Abgang: Mittellang mit einer süßen Trockenheit und Espresso.

Fazit: früher war alles besser? Kann ich hier zumindest mal nicht bestätigen ;-)… Ein schöner „Neuer“, den man jedoch nicht so ganz mit dem „Alten“ vergleichen kann. Dieser hier kommt mir irgendwie fruchtiger und süßer daher, was ich sehr gut finde. Der „Alte“ war deutlich kräftiger und nicht ganz so charmant :-)… Schönes rundes Teil was mir ganz gut gefällt. Jetzt hoffe ich nur noch, dass er sich preislich auch in einer ordentlichen Region einpendelt ;-).

85/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

#015 St. Kilian Batch No.6, „Bourbon meets Sauternes“, 44,9%

Moin Moin ihr Lieben…

Heute möchte ich euch das Batch No. 6 der deutschen Brennerei St. Kilian vorstellen.IMG_1523

St. Kilian Distillers ist eine deutsche Single Malt Whisky Destillerie aus dem beschaulichen Rüdenau, ca. eine Autostunde von Frankfurt am Main entfernt. Seit dem März 2016 entsteht und reift dort der erste St. Kilian Whisky nach schottischem Vorbild.

Um die Wartezeit auf den ersten „richtigen“ Single Malt zu verschönern, werden in regelmäßigen Abständen die sogenannten St. Kilian Batches auf den Markt gebracht, um vorab dem Kunden aufzuzeigen, wohin die Reise gehen wird. Für mich persönlich ist das eine tolle und sinnvolle Sache und verfolge den Werdegang von St. Kilian von Beginn an.

Beim Batch No.6 handelt es sich um einen fassgelagerten Malzbrand, der für mindestens 21 Monaten reifen durfte. Die Fasszusammensetzung sieht wiefolgt aus:

  • „Turf Dog“ (54ppm), „Turf Beast“ (92 ppm) und ungetorfer New Make destilliert im Jahr 2016
  • Ex-Bourbon Barrels (195 Liter)
  • Ex-Bourbon Quater Cask (55 Liter)
  • drei Französische Sauternes-Weißweinfässer (225 Liter)

Insgesamt wurden 5.200 Flaschen abgefüllt.IMG_1534

Farbe: Gold

Aroma: Als erstes kommt eine schöne aschige Rauchnote zum Vorschein. Im Vergleich zum Batch No. 4 ist diese hier deutlich kräftiger und präsenter. Was mir jetzt schon bei fast allen auffällt richtig gut gefällt,  ist diese hellfruchtige Note (grüner Apfel), die mich irgendwie immer an einen Glenfiddich erinnert. Soll jetzt nicht despektierlich klingen, ganz im Gegenteil ;-)!!! Es kommt noch ne angenehme Malz- und Getreidnote hinzu gepaart mit dieser schönen Süße der Sauternes-Fässer, erinnert ein wenig an gezuckerte Cornflakes. Holz bzw. Eiche habe ich hier keine, aber das kann man bei der kurzen Reifezeit auch noch nicht wirklich erwarten.

Geschmack: Klar, der Rauch ist deutlich im Vordergrund und schön angenehm aschig. Nachdem man sich ein wenig durch den Rauch durchgetankt hat, kommen die Cornflakes und die Hellfruchtigkeit durch, die mich jetzt aber doch eher an eine Birne erinnert. Zum Schluß, und das finde ich das Beste an diesem Batch, drückt dann diese Weißweinsüße durch die perfekt das Ganze abrundet.

Abgang: Kurz und schmerzlos… Klar der Rauch ist auch hier noch länger spürbar, aber mehr auch nicht, bei 21 Monaten aber auch klar.

Fazit: Wie ich schon gesagt habe, bin ich ein großer Freund dieser Brennerei und verfolge den Werdegang unheimlich gerne. Wie die anderen Batches auch, finde ich diesen hier sehr gelungen und freue mich, wenn die ersten Whiskys den Weg in die Shops finden. Man darf natürlich nicht die große Komplexität erwarten, dafür ist er noch viel zu jung. Aber was die Jungs mit der Auswahl der Fässer und in dieser kurzen Reifezeit auf die Beine stellen ist sehr beeindruckend. Leider wohne ich knapp 500km weg, was mir einen Besuch der Brennerei etwas erschwert, mal schauen, wann ich es mal schaffe.

81/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

 

 

#014 Secret Speyside 16 Jahre, The Maltman, 51,8%

Hyper Hyper… Oder um es klarer zu betiteln, Secret Speyside 16 Jahre vom unabhängigen Abfüller „The Maltman“.

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Ja wo fange ich an… Der Andrang auf diese Abfüllung war in den letzten Tagen doch enorm beeindruckend und umso mehr freue ich mich, dass ich davon eine Flasche ergattern konnte. Jedoch nervte es mich schon nach dem ersten Schluck, dass ich ihn in meinen Flaschenteilung eingebaut hatte :-)!!!

Aber erstmal ganz von vorne…

„The Maltman“ ist eine Serie von Einzelfassabfüllungen des schottischen unabhängigen Abfüllers Meadowside Blending mit Sitz in Glasgow.

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Nach dem 10-bzw 14-jährigen Secret Speyside folgte im November 2018 der 16-Jährige. Die Brennerei wird bei diesen Abfüllungen nicht angegeben, die meisten „Insider“ sind sich grundsätzlich einig, welche Brennerei hier dahinter stecken sollte. Einen Beleg hat man jedoch nicht, dass sich hier das Große „M“ verbirgt ;-).

Dieser Speysider durfte, bevor er im September 2018 abgefüllt wurde, komplette 16 Jahre in einem First Fill Sherry Butt verbringen. Abgefüllt wurde in Fassstärke, nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert. Insgesamt standen der Welt 681 Flaschen zur Verfügung.

Farbe: Kastanie, Mahagoni, dunkler Bernstein, Cola… Egal wie, es ist wahnsinnig dunkel.

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Aroma: Alter Verwalter… Da kommt einem eine „Schwere“ entgegen, die sich in der Nase richtig nach Sirup anfühlt. Hier ist so viel Sherryfass drin, Hammer!!! Aber noch nen Tacken länger und er wäre drüber gewesen. Ich habe dunkle frische Rosinen, reife Datteln, die Nusspallette hoch und runter, Melasse, aber auch im Hintergrund reife Früchte wie Apfelsinen… Bei dieser ganzen Sherrywucht hab ich ganz vergessen, dass der 51,8% Alkohol hat, die ich aber kaum wahrnehme… Krasses Aroma, schon lange nicht mehr so einen intensiven Sherry gehabt.

Geschmack: Bääm… Sherryreifung von Feinsten… Schöne schwere Sherrysüße. Anfangs habe ich das Gefühl, dass ich ihn zerkauen müsste, so schwer ist er. Viel Eiche und dann erst drückt der Alkohol mit ner tollen Würze. Der Sherry ist so extrem präsent, dass ich mich lange „durchkämpfen“ muss, um an die Fruchtigkeit, in Form der Aprikosen und Orangen, heranzukommen. Natürlich habe ich hier auch die frischen Rosinen und Datteln im Geschmack. Ein absolutes Brett!

Abgang: voll nach meinem Geschmack… Lang, holzig, fruchtig, schwer mit einer tollen Bitterkeit (Kaffee). Sehr sehr nachtragend der Gute.

Fazit: Für den Ausgangspreis von 117€ hätte ich mir im Nachhinein den Keller vollgestellt. Wenn man jetzt bedenkt, dass da eventuell ein M…..lan in Fassstärke dahinter steckt, dann ist das ein wahres Schnäppchen. Doch leider war der so schnell vergriffen, dass man nicht mal ansatzweise die Chance hatte, eine weitere Flasche abgreifen zu können. Leider explodieren die Preise über gewisse Plattformen ins Unermessliche, aber das ist ja heutzutage nichts Neues mehr. Aber das soll die Freude absolut nicht schmälern, ein weiteres schönes Highlight dieses Jahr.

93/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

#013 Malts of Scotland, The Dark Side of Islay, „MULINDRY“, 48,9%

Ich hatte letzte Woche über den deutschen unabhängigen Abfüller „Malts of Scotland“ berichtet und möchte euch heute eine weitere Serie vorstellen, die „The Dark Side of Islay“.MoS The Dar Side of Islay MULINDRY - 2

Diese Serie beschreibt Mythen, Geschichten, Sagen und Fabeln der schottischen Vergangenheit auf der Insel Islay – einige entsprechen nicht der Wahrheit und manche möchte man lieber nicht tiefer erforschen ;-).

Nach Scarabus und Octovulin erschien im Oktober 2018 die dritte Abfüllung dieser Serie, der „Mulindry“.

Dieser Blended Islay Malt ist über 22 Jahre alt und ist weder gefärbt noch kühlgefiltert. Über die Fasszusammensetzung kann ich leider nichts sagen. Insgesamt wurden 1.065 Flaschen für die Welt abgefüllt.

Farbe: toller einladender Bernstein

Aroma: Hui… Aufdringliche maritime salzige karamellige Süße. Ich geh grad im Discounter die Süßwarenabteilung entlang und assoziiere mit diesen bestimmten Karamellbonbons (Name wird nicht genannt ;-)), diese wurden anschließend in Meersalz getunkt und danach wieder mit würzigem Honig übergossen. Schöne angenehme und vor allem milde Nase. Je länger der Whisky atmen kann, desto fruchtiger, in Form von roten Beeren, wird er. Zum Schluss kommt noch eine tolle Kaffeenote (frisch gemahlen) und ein Spritzer Maggie auf.

Geschmack: Wahnsinnig süffig, die Süße strömt durch den kompletten Mundraum und dazu gesellt sich ne schöne holzige Bitterkeit. Dann kommen die Früchte, die jedoch das Maritime übernommen haben, denn das Karamell habe ich im Geschmack nicht. Zum Schluss kommt dann die Würze und ein tolles Röstaroma (Kaffee).

Abgang: schöner langer salziger holziger Abgang.

Fazit: Nach dem Octovulin ein weiterer toller Malt aus dieser Serie. Wahnsinnig komplex und super süffig.

Aaaaber… Preisleistung ist wieder so ne Sache. 175€ für diesen Blended Malt ist sehr ambitioniert und für mich persönlich zu teuer.

87/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle