#007 Ardbeg „Twenty Something“ 22 Jahre, 46,4%

Ich hatte ja tatsächlich etwas länger überlegt, ob ich mich mit der Neuerscheinung des Ardbeg „Twenty Something“ 22 Jahre überhaupt beschäftigen sollte, doch das Interesse meinerseits war einfach zu groß, da ich die Vorgänger leider noch nicht im Glas hatte.Ardbeg Twenty Something 22 Jahre - 4

Die Brennerei Ardbeg liegt auf der schottischen „Whisky-Kult-Insel“ Islay und wurde 1815 gegründet. Nach mehreren Schließungen und Wiedereröffnungen wurde Ardbeg 2004 durch den Großkonzern Moët Hennessy Louis Vuitton (LVMH) aufgekauft.

Im Jahr 2016 startete die Serie „Twenty Something“ mit einer 21-jährigen Abfüllung, gefolgt von dem 23-jährigen im Jahr 2017. Warum jedoch dieses Jahr ein Rückschritt getätigt wurde und „nur“ noch ein 22-jähriger aufgelegt wurde, kann ich leider nicht beantworten. Für viele abschreckend, ist der Ausgabepreis von sage und schreibe 490€!!!

Viele schreien jetzt HYYYPE!!! und Andere wiederum wiederlegen es mit dem „Angebot/Nachfrage-Argument“. Für mich ist es ganz klar eine absolut übertriebene Preispolitik für diese Serie und ich spreche nur für diese Serie. Es geht nicht um die Ardbeg Twenty Something 22 Jahre - 1jährlichen NAS-Abfüllungen, dessen Preisentwicklung der Sekundärmarkt pulverisiert, sondern um diese Serie, die preislich so hoch angesetzt ist, dass es selbst auf dem Sekundärmarkt kaum mehr Platz für eine solche Entwicklung gibt :-).

Aber nun zur Abfüllung. Der Twenty Something 22 Jahre wurde im Frühling 1996 destilliert und am 18.07.2018 in die Flasche gefüllt. Reifen durfte er zu 100% in 1st Fill Bourbon Casks. Insgesamt gibt es 2.400 Flaschen weltweit

Ich habe, um es den meisten deutlich zu machen, einfach mal den Ardbeg Ten als Vergleichsobjekt benutzt, da ich davon ausgehe, dass diesen den meisten bekannt ist

Farbe: strohiges Gold und einen Tick dunkler als der TENArdbeg Twenty Something 22 Jahre - 6

Aroma: sehr dezenter Rauch, den man so von einem Ardbeg nicht erwarten würde. Man muss gar nicht lange hinter dem rauchigen Vorgang suchen und schon bekommt man eine Ladung Holz, gepaart mit sehr reifen Zitrusfrüchten. Lässt man ihm noch ein bisschen Zeit gehen die Zitrusfrüchte ins exotische über.

Geschmack: schöner typischer Ardbeg Ascherauch, jedoch sehr dezent und nicht so ein Klopper wie man ihn von Arbeg kennt. Viel Eiche die einen fast schon zu sehr dominieren kann, viele helle Früchte, die jedoch durch die viele Eiche nicht so präsent sind. Aber wo ist der Teer, Jod, Seetang und die vielen anderen klassischen Aromen? Ganz anders als man ihn kennt.

Abgang: Mittellang

Fazit: Wenn ich jetzt mal den Preis außer acht lasse, dann ist das eine tolle Ex-Bourbonfass-Reifung… Aber ganz ehrlich liebes Moët Hennessy-Ardbeg-Team, ist das euer Ernst? 490€?! Die tun selbst dem leidenschaftlichsten Sammler schmerzhaft weh… Dieser Preis steht für den Inhalt dieser Abfüllung in keinem Verhältnis. Der Eine schiebt es auf die limitierte Stückzahl und der Andere darauf, dass man hier den Geschmack der guten alten Zeiten an den Mann/Frau bringen möchte. Vielleicht passt man einfach die Preise wieder an die „gute alte Zeit“ an 😉 .

87/100 Punkte

In diesem Sinne

Danke fürs Lesen

Euer Erle

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s