#022 Inchgower 1996 „Old Particular“, 22 Jahre, 51,5%

Moin moin ihr Lieben,

heute habe ich für euch eine Abfüllung die einen leichten „Hype“ im letzten Jahr hervorrief. Eigentlich möchte ich den Ausdruck „Hype“ gar nicht so oft verwenden, aber auch diese Abfüllung war innerhalb weniger Tage vergriffen und nur noch mit einer enormen Preissteigerung auf dem Sekundärmarkt erhältlich.IMG_1547

Inchgower produziert eigentlich grundsätzlich nur für die Blendindustrie (White Horse und Johnnie Walker). Nur knapp 1% des Outputs findet den Weg als Single Malt in die Abfüllanlage ;-)!!!

Über das schottische Familienunternehmen „Douglas Laing“ möchte ich gar nicht großartig eingehen, da es den meisten ein Begriff sein wird. Diese Abfüllung gehört der Serie „Old Particular“ an. Eine Serie von Single Cask Abfüllungen, die in Fassstärke abgefüllt wurden.

Dieser Inchgower wurde 1996 gebrannt und 2018 in die Flaschen gefüllt. Reifen durfte dieser Malt in einem Sherry Butt und insgesamt fanden 610 Flaschen auf den deutschen Markt, denn dieser Whisky wurde exklusiv für Deutschland gebottled.IMG_1548

Farbe: Bernstein, wobei er im Glas deutlich heller ist, als in der Flasche.

Aroma: Zu Beginn dunkle Schokolade, Haselnüsse, intensive Sherrysüße, ein perfekter Start. Er wirkt in der Nase brutal schwer, fast schon sirupartig mit einer angenehmen Milchkaffeenote. Ich hatte bislang nur einen Inchgower im Glas und ich erinnere mich sofort wieder an diese Milchkaffenote, die sehr einprägend zu sein scheint.

Geschmack: Perfekte alkoholische Würzigkeit, tolle geröstete Haselnüsse mit klassischen Sherrynoten. Kaffee und dunkle Schokolade kleben förmlich am Gaumen. Toller runder Geschmack.

Abgang: Langlebig, ölig und ein tolles Röstaroma

Fazit: Aaalso… Den „Hype“ kann ich schon ein wenig nachvollziehen, denn auf der einen Seite bekommt man einen tollen Malt und auf der anderen Seite einen Malt aus einer Destille, die nicht allzuoft solche Knaller auf den Markt bringt. Für den Ausgabepreis sehr gelungen!

88/100 Punkte

In diesem Sinne

vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

 

# 021 Arran 8 Jahre – bottled for Whizita Flickenschild – , 57%

Moin Moin ihr Lieben,

wie in meinem letzten Beitrag schon angedeutet, möchte ich euch eine neue Abfüllung aus dem Hause Arran vorstellen, die extra für die Neueröffnung von Whizita Flickenschild abgefüllt wurde.1

Arran wurde offiziell 1997 auf der gleichnamigen Insel Isle of Arran von der Queen eröffnet. Damit besitzt Arran nach 150 Jahren (Lagg Distillery) endlich wieder eine Whiskybrennerei. Eigentümer der Brennerei sind die „Isle of Arran Distillers“ und gehören somit nicht, wie viele andere Brennereien, zu einem der großen Spirituosenkonzerne, was ich persönlich sehr charmant finde, da man bei einigen den Einfluss eines solchen Konzerns deutlich zu spüren bekommt ;-)!

Aber nun zum Whisky… Der Arran 8 Jahre durfte die komplette Zeit in Sherry Hogsheads reifen, bis er dann am 15.08.2018 in die Flaschen abgefüllt wurde. ABgefüllt wurde ungefärbt, nicht kühlgefiltert und natürlich in Faßstärke. Insgesamt stehen der Whiskywelt 279 Flaschen zur Verfügung.3

Farbe: Goldton mit einem Hauch Bernstein (leider sieht er auf dem Foto deutlich dunkler aus)

Aroma: Zu Beginn erfrischende Zitrusnote mit leichter Minze, jedoch nicht alkoholisch. Grüner saurer, aber sehr frischer Apfel und Limetten was mich sofort an einem Mojito erinnert :-)!!! Zum Schluss gesellt sich dann noch eine süße Puderzuckernote dazu.

Mit Wasser wird der Malt deutlich süßer und malziger, tendiert stark in Richtung gezuckerte Cornflakes. Die Minze verschwindet komplett und es bleibt die Süße.

Geschmack: Sehr starker Antritt der ganz schön auf die Tube drückt… Er ist jedoch auf der Zunge deutlich süßer als in der Nase, denn jetzt schmeckt man das Sherryfass mit leichten Rosinen- und Dattelnoten. Dazu kommt eine leichte Bitterkeit und eine angenehme Vanille.

Mit Wasser wird der Whisky sehr „gefährlich“ :-D… Er wird sehr sanft nahezu umgänglich und brutal süffig.

Abgang: sehr lange und ölig

Fazit: Ohne Wasser bekommt man hier einen sehr stürmischen Whisky präsentiert, der ordentlich Dampf hat. Wer dann noch gerne mit Wasser spielt, der kann hier ganz toll variieren. Ich persönlich finde ihn mit Wasser etwas besser, da die fruchtigen Komponenten deutlich in den Vordergrund rücken und nicht ganz so ungestüm daherkommt.

85/100 Punkte

In diesem Sinne

vielen Dank fürs Lesen

euer Erle

Besuch bei Whizita Flickenschild Whisky & Cigars

Moin Moin ihr Lieben…

Wie ich anfangs mal erwähnt hatte, wird es auch ab und an kurze Berichte und Vorstellungen von Messen und unseren „Local Dealern“ geben.

Heute möchte ich euch „Whizita Flickenschild Whisky & Cigars“, aus dem schönsten Bundesland der Welt (Schleswig-Holstein :-)) aus der beschaulichen Kreisstadt Itzehoe, vorstellen.9

Itzehoe liegt mit seinen knapp über 30.000 Einwohnern ca. 60km nordöstlich von Hamburg und gehört somit noch zur Metropolregion Hamburg.

Als ich das letzte Mal „Whizita“ besuchen konnte, befanden sie sich noch wenige Meter Luftlinie vom heutigen Laden entfernt, in einer kleinen engen Totto-Lotto-Bude, die fast aus allen Nähten zu platzen drohte. Was ich jedoch dieses Mal zu sehen bekam beeindruckte mich enorm. Mitten in der Einkaufspassage der Itzehoer Altstadt leuchtete mich eine riesige Glasfront mit allerlei Leckereien an. Kein Vergleich zum vorherigen Laden, der zwar enormen Charme besaß (vor allem die 1. Etage) jedoch sehr überladen wirkte.

 

Im neuen Laden wurde alles sehr modern, hochwertig und detailliert ausgestattet. Ein absolut großartiges Ambiente. Sehr beeindruckend finde ich zudem, dass alles sehr genau durchdacht ist. Das Mobiliar, dass sich in der Mitte des Ladens befindet, ist einfach zu bewegen, womit man die Ladenfläche innerhalb kürzester Zeit zu einer kleinen „Tasting-Arena“ umbauen kann. Zudem lässt die Auswahl, die im Laden angeboten wird, keine Wünsche aus (Glenfarclas Familiy Cask). Auch ich kam natürlich nicht ohne Mitbringsel davon und musste mir die extra für das Opening abgefüllte Arran-Abfüllung eintüten lassen :-). Diese wird auch in den kommenden Tagen hier in meinem Blog besprochen.

 

 

Schade, dass ich alleine mit dem Auto unterwegs und es relativ früh am Morgen war, denn die Bar bietet zusätzlich noch wahnsinnig viele tolle und interessante offene Flaschen, die es sich lohnt zu probieren lohnt.4

Ich kann es euch nur ans Herz legen, wenn ihr mal in der Nähe seid, dann schaut unbedingt bei Whizita vorbei, es lohnt sich.

 

 

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

 

#020 The Glenrothes New Range, Edition 2018 (10/12/18/25/Makers Cut)

Moin Moin ihr Lieben…

Heute möchte ich euch die neue Range von „The Glenrothes“ vorstellen. Die zur Highland Distillers Group gehörende Brennerei rückte im Jahr 2018 die komplette Standard-Range in ein neues Licht. Was mir sofort gut daran gefällt, es wird mit Altersangaben gearbeitet, was in der Vergangenheit grundsätzlich nicht der Fall war.

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Glenrothes liegt im beschaulichen Städtchen Rothes in der schottischen Speyside.  Die Brennerei wurde 1878 von James Stuart & Co. gegründet und begibt sich immer weiter in den Fokus von Whiskyliebhabern. Ich bin gespannt, was die neue Range so zu bieten hat.

Glenrothes 10 Jahre, Sherry Cask matured, 40% Alk., natural colourBild 2

Farbe: helles Gold

Aroma: sehr weich und mild in der Nase. Leichte Honig- und Zitronensüße, die ein wenig den Brennereicharakter widerspiegeln. Hinzu kommt eine leichte Vanillenote. Alles in allem sehr einfach gehalten, ein klassischer Einsteiger. Leider fehlen mir hier etwas die Sherrynoten, wenn er schon in solchen Fässern reifen durfte.

Geschmack: Sehr leicht, vielleicht sogar etwas wässrig. Ihm fehlt definitiv der Alkohol, da sind 40% einfach zu wenig. Er ist jedoch angenehm süß (Honig), leicht vanillecremig und einen Hauch Eiche. Auch auf der Zunge wirkt er sehr unkompliziert.Bild 11

Abgang: kurz und schmerzlos und hinterlässt relativ wenig

Fazit: Der 10-Jährige fällt für mich ganz klar unter die Kategorie „unkomplizierter Einsteiger“. Jedoch fehlt es mir hier an Alkohol und Sherrynoten. Das PLV ist in Ordnung und auch den Brennereicharakter bekommt man ein wenig zu spüren.

77/100 Punkte!!!

 

Glenrothes 12 Jahre, Sherry Cask matured, 40% Alk., natural colourBild 4

Farbe: ebenfalls helles Gold, jedoch einen Tick dunkler als der 10er

Aroma: in der Nase wirkt er zu Beginn komplexer, die Sherrynoten sind hier etwas greifbarer und ist nicht so „sauer“ (Zitronen) wie der 10er. Hier tendiert die Nase eher in Richtung reifere Früchte wie Mandarinen oder Orangen. Insgesamt ist auch der 12er sehr weich im Aroma.

Geschmack: Ein Spiegelbild des 10-Jährigen, nur das hier etwas mehr Eiche präsent ist. Die Früchte sind im Geschmack jedoch wieder etwas saurer und tendieren in Richtung Zitrone. Aber ansonsten, wieder sehr weich und mild mit zu wenig Alkohol.Bild 8

Fazit: Ich habe jetzt erst zwei Abfüllungen probiert und verstehe nicht, warum man mit dem Alkoholgehalt etwas variiert. Ich weiß, man möchte den Einsteiger nicht „erschrecken“, aber man braucht doch nicht zwei ähnliche Abfüllungen in die Range ballern. Der 12er mit 46% Alk. und die Wiese wäre grün :-/. Natürlich ist er trotzdem ein netter Einsteiger mit ordentlichem PLV

78/100 Punkte!!!

 

Glenrothes „Makers Cut“, 1st Fill Sherry Casks, 48,8%, natural colourBild 3

Farbe: dunkler Goldton

Aroma: Tolle intensive würzige Haselnusscreme (Hanuta), Nougatschokolade, tolle frische Rosinen gepaart mit dieser schönen klassischen Honigsüße, die ich bei Glenrothes immer habe.

Geschmack: Endlich… Schöner würziger pfeffriger Antritt (so muss das)… das 1st Fill Sherryfass kommt richtig gut zur Geltung. Eine gaaaanz leichte Jugend kommt da vielleicht im Hintergrund mit, stört mich persönlich überhaupt nicht, da die Sherrysüße wirklich deutlich im Vordergrund steht. Eiche ist auch kaum zu spüren.

Abgang: mittellang mit ganz viel SüßeBild 7

Fazit: Bei diesem Malt passt sehr viel zusammen. Hier sucht man jedoch vergeblich nach dem Brennereicharakter und bekommt dafür sehr viel Fass. Das was den beiden Vorgängern hier fehlte, tut diesem Whisky hier sehr gut. Der Alkohol bringt den Makers Cut ganz weit nach vorne.

85/100 Punkte!!!

 

Glenrothes 18 Jahre, Sherry Casks matured , 43% Alk. natural colourBild 1

Farbe: Gold mit einem Hauch Bernstein

Aroma: zu Beginn eine ledrige Bitterkeit und dann springt mir eine Grapefruit ins Gesicht, die in einer Schreinerwerkstatt aufwachsen durfte :-)!!! Also eine enorme Holzfracht mit einer sehr angenehmen sauren Süße. Im Vergleich zum 10er und 12er merkt man, dass da viel mehr Reife und Komplexität vorhanden ist.

Geschmack: Die 43% tun diesem Malt gut, ist aber trotzdem noch einen Tick zu wenig (46-48% und es wäre perfekt). Die Honigsüße (Brennereicharakter) zusammen mit der Grapefruit sind auch im Geschmack deutlich spürbar. Dazu gesellt sich noch eine angenehme holzig eichige Bitterkeit.

Abgang: Mittellang mit sehr viel Eiche, stark trocken werdendBild 10

Fazit: Runder und schöner Malt… Das PLV mit 100€+ ist solala… Da gibt es definitiv bessere OA´s in dieser Alters- bzw. Preiskategorie.

 

 

83/100 Punkte!!!

 

Glenrothes 25 Jahre, 1st Fill Sherry Casks, 43% Alk. natural colourBild 5

Farbe: Ist der Dunkelste in dieser Range. Helles Bernstein, würde man jetzt nicht auf 25 Jahre 1st Fill tippen ;-)!

Aroma: Das Alter kann dieser Malt nicht verstecken. Wahnsinnige Holzfracht, durch die man sich erst einmal durchkämpfen musste. Anfangs kam noch eine leichte Klebstoffnote auf, die aber ganz schnell wieder verschwand. Wenn man das Holz „besiegt“ hat, gelangt man endlich zu tollen Sherrynoten in Form von Nüssen, leichten Datteln und einen Hauch dunkler Schokolade. Er wirkt komplex und angenehm bringt aber nicht diese „Tiefe“ mit, die ich mir bei diesem Alter und vor allem dieser Preisklasse wünsche.

Geschmack: Sehr volles Mundgefühl und angenehmer Antritt. Im Geschmack ist er deutlich süßer als die Nase und die Holzigkeit kommt hier erst ein wenig im Nachklang. Einen Hauch exotischer Früchte (Mango oder Maracuja) habe ich noch und dann endet das „Spielchen“ hier auch schon… Hmmmm….

Abgang: Lang, trocken und bitterBild 9

Fazit: Man bekommt hier zwar einen komplexen Whisky, dem man sein Alter auch anmerkt. Aber es kommt einfach zu wenig „Tiefe“ rüber, was ich mir bei 25 Jahren und einem Preis von weit über 300€ wünsche. In dieser Preisklasse möchte ich ewig an einem Whisky riechen können und mich etwas darin verlieren dürfen, was jedoch nicht der Fall ist. Rein aus PLV-Sicht, der klare Verlierer in dieser kleinen Runde.

84/100 Punkte!!!

 

Gesamtfazit:

Ich bin ohne große Erwartungen an die neue Range von Glenrothes herangegangen, da ich persönlich schon im letzten Jahr von der neuen Glenallachie-Range, die vom Aufbau und Preissegment ähnlich ist, sehr enttäuscht wurde.

Dieses Mal hält sich die Enttäuschung etwas in Grenzen. Alles in allem sind es ordentliche Whiskys mit denen man die Brennerei gut kennenlernen kann. Leider fehlt mir bei den meisten der Alkohol, die mit Sicherheit mein Fazit deutlich positiver hätten ausfallen lassen können.

Der 10er und 12er unterscheiden sich leider kaum voneinander, eignen sich jedoch super als Einstieg und Whisky- und Glenrotheswelt.

Die beiden „Alten“ sind definitiv gute Malts, schießen aber mit ihrem PLV den Vogel ab. Der 25er ist aktuell mit 355€ zu haben, was für mich defintiv nicht vertretbar ist.

Der Gewinner dieser illustren Runde ist für mich der „Makers Cut“, der im Vergleich zu den anderen vier in Sachen PLV und Geschmack vorne liegt.

 

In diesem Sinne

vielen Dank fürs Lesen

euer Erle

 

 

 

#019 Bowmore 19 Jahre, French Oak Barrique -exclusive for Amazon-, 48,9%

Moin Moin ihr Lieben,

nachdem die Weihnachteszeit überstanden ist, möchte ich euch heute einen 19-jährigen Bowmore vorstellen, der die komplette Zeit fränzösischen Barriquefässern reifen durfte. Die „Besonderheit“ an dieser Abfüllung ist, dass dieser Whisky für den Weltkonzern „Amazon“ gebottled wurde. IMG_1504

Was soll ich jetzt davon halten, dass Amazon nun auch in dieses Fahrwasser grätscht? Ich möchte mich hier nicht über die Machenschafften oder die Preispolitik dieses Unternehmens äußern, ich denke, dass darüber schon sehr viel in den sozialen Netzwerken diskutiert wurde. Jedoch beunruhigt mich es irgendwie, dass Amazon jetzt auch mit exclusive bottlings ankommt :-/!!

Bowmore ist die älteste Brennerei der schottischen Insel Islay und wurde 1779 von David Simson gegründet. Aktuell gehört Bowmore zum größten japanischen Spirituosengroßkonzern Suntory.

Ich persönlich stehe mit Bowmore irgendwie auf Kriegsfuß. Bis auf den alten 15er „The Darkest“, traf Bowmore nicht so richtig meinen Geschmack.

Wie oben schon geschrieben, durfte dieser Bowmore 19 Jahre in französischen Rotweinfässern lagern. Hierbei handelten es sich um Fässer des Château Lagrange, einem Weingut aus Bordeaux. Und wen wundert es, das Weingut gehört ebenfalls seit 1983 zum Suntory-Konzern ;-)!! Der Whisky ist leider gefärbt und auch kühlgefiltert. Das ist leider etwas, was mich ein wenig „stört“. Insgesamt stehen 4.500 Flaschen zur Verfügung.IMG_1491

Farbe: Dunkles Gold mit leichtem Rotstich

Aroma: Wahnsinnig fruchtig in Form von roten Beeren (Himbeeren und reifen Johannisbeeren) und sehr sehr reifen roten Trauben. Mit der Zeit kommt eine leichte Leder-, Tabak- und Rauchnote dazu die mit leichtem Süßholz abgerundet wird. Sehr fruchtiges Aroma, die sehr schön das Fass wiederspiegeln.

Geschmack: die 48,9% Alkohol kommen mir gleich zu Beginn sehr präsent vor, fast schon aufgesetzt. Im Geschmack kommen dann die Beeren und leichter Rauch zwar gut zur Geltung, jedoch immer gepaart mit einer aufgesetzten Alkoholnote. Der Geschmack verliert meiner Meinung nach deutlich gegenüber des Aromas und wirkt im Gesamten sehr unrund, leider.

Abgang: schöne leicht speckige Rauchnote und einen Tick Holz.

Fazit: Leider enttäuscht mich ein Bowmore erneut. Dieser wirkte im Geschmack unrund und brachte das Aroma in der Nase nicht auf die Zunge. Vielleicht habe ich mit Bowmore einfach kein Glück ;-)!

80/100 Punkte

In diesem Sinne

vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

 

# 018 Bunnahabhain 10 Jahre „HILDA“, The Stillman´s DE, 55,5%

Moin Moin Ihr Lieben,

Heute stelle ich euch einen weiteren „Bunna“ vor, von dem mir bislang unbekannten Unabhängigen Abfüller „The Stillman´s DE“.IMG_1451

Bei „The Stillman´s DE“ handelt es sich um die beiden Freunde Mario Besoke (Markranstädt) und Daniel Kissling (Schweiz), die aus einer kleinen Sammelleidenschaft diesen unabhängigen Abfüller kreeiert haben. Spezialisiert haben sich die Beiden auf Singl Cask Abfüllungen, welche ausschließlich für den Schweizer Markt abgefüllt werden.

Dieser Bunnahabhain reifte für 10 Jahre in einem Bourbon Hogshead und wurde in Fassstärke mit 55,5% abgefüllt. Dieser Whisky ist weder gefärbt noch kühlgefiltert. Für den Markt stehen insgesamt 180 Flaschen zur Verfügung.

Farbe: helles strohiges Gold

Aroma: Den Alkohol und das Fass kann dieser Whisky definitiv nicht leugnen. Der Alkohol ist sehr präsent und der Beginn machte eine angenehme Vanille gepaart mit grasigen und heuigen Noten die jedoch von einer, für meinen Geschmack, unangenehmen sauren Bitterkeit (Birnenschale oder eventuell Grapefruit)  abgelöst werden. Leichte Eichenholznoten sind ebenfalls bemerkbar.

Geschmack: Starker würziger Antritt mit einer schönen getreidigen Süße, die jedoch auch hier von dieser sauren Bitterkeit abgelöst wird, die mir leider nicht gefällt. Hintenraus kommt dann noch eine gewisse Fruchtigkeit durch, die mich an grüne saftige Äpfel erinnert.

Abgang: mittellang, auch hier eine Bitterkeit, die aber eher holzig und nicht ganz so bitter, wie im Aroma bzw. Geschmack ist.

Fazit: Oh je Oh je, ein Bunna, der mir leider nicht so gut schmeckt wie ich mir erhoffte. Diese saure Bitterkeit ist leider gar nicht mein Fall und die ist für mich dann doch zu präsent. Für knapp 100€ dann auch viel zu teuer.

79/100 Punkte

In diesem Sinne

vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

# 017 Talisker 8 Jahre, Diageo Special Release, 59,4%

Moin Moin ihr Lieben…

Heute begebe ich mich auf die schottische Isle of Sky, zur dortigen Destillerie Talisker. Talisker gehört zum Spirituosengigant „Diageo“ welcher jedes Jahr eine sogenannte „Special-Release-Reihe“ auf den Markt bringt. Diese Reihe besteht überwiegend aus speziellen und limitierten Abfüllungen, was man auch im Preis zu spüren bekommt.

Dieser 8-jährige Talisker in Fassstärke ist der jüngste und auch günstigste Whisky in der diesjährigen Reihe. IMG_1371

Die im Jahr 1831 gegründete Brennerei durfte sich lange als die Einzige auf der Isle of Skye rühmen, bekamen nun aber, vor nicht allzu lange Zeit, Gesellschaft durch die neue Torabhaig Distillery.

Wie oben erwähnt wurde dieser Whisky in Fassstärke, nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert abgefüllt. Er wird zwar als limitiert dargestellt, wie hoch oder niedrig diese ist, ist nicht bekannt. Reifen durfte er in einem 1st Fill Ex-Bourbon Hogshead aus amerikanischer Weißeiche.IMG_1365

Farbe: satter Goldton

Aroma: Klassisch für Talisker, eine schöne Jodnote, maritime Salzigkeit und leicht algig. Hinzu kommt eine schöne Pfeffrigkeit, die dann von den 1st Fill Ex-Bourbonfässern in Form von einer tollen Vanillenote, floralen, grasigen und heuigen Noten abgelöst werden. Er wirkt in der Nase extrem „wild“, als ob man die ganzen Aromen nicht ganz unter Kontrolle halten konnte :-D!!!

Geschmack: Japp, da ist er, der „Chili-Catch“… Und durch den hohen Alkoholgehalt ist der sehr intensiv. Sehr wild und rau auch im Geschmack. wenn er sich dann etwas beruhigt kommt die salzig speckige Rauchigkeit auf, gesalzene helle Früchte (Apfel und Birne) und saure Pfirsichringe.

Abgang: Lang, trocken werdend, holzig und leicht salzig.

Fazit: Ich bin positiv überrascht. Ich bin jetzt nicht der größte Talisker-Fan und hatte mir nach der Papierlage nicht allzu viel erhofft. Für seine acht Jahre kommt dieser Talisker sehr vielschichtig rüber und hat einiges zu bieten. Aktuell wird es jedoch enorm schwer sein, diesen Talisker für „normales“ Geld erwerben zu können.

84/100 Punkte

 

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

#016 Glendronach „Revival“ 15 Jahre Edition 2018, 46%

Moin Moin Ihr Lieben…

Heute stelle ich euch eine Abfüllung vor, auf die sicherlich einige hingefiebert haben, den neuen alten Glendronach „Revival“ 15 Jahre Edition 2018.16184270-1.1024.jpg

In den letzten Jahren gab es immer wieder hitzige Diskussionen, Spekulationen und Preisanstiege um den alten „Revival“, da dieser, aufgrund der Schließung Glendronachs von 1996-2002, enorme Beliebtheit bei Genießern aber auch Sammlern genoss.

Jetzt, im Jahr 2018 ist es wieder so weit, der „Neue“ kommt nach Deutschland. Im Gegensatz zur Optik hat sich jedoch ein kleiner, aber ausschlaggebender Teil verändert. Der „Alte“ war eine 15-jährige Komplettreifung in Oloroso-Sherryfässern was den Unterschied zum „Neuen“ ausmacht. Dieser ist nämlich eine Mischung aus PX- und Oloroso-Sherryfässern, was man nachher sicherlich auch im Geschmack bemerken wird.

Ich bin ja tatsächlich aktuell etwas skeptisch was Glendronach betrifft. Denn seit Glendronach in amerikanischer Hand ist (Brown-Forman), leiden meiner Meinung nach die Neuerscheinungen (Peated, The Hielan und auch der Port Wood) außerhalb der Single Casks-Reihe, etwas darunter. Wir werden sehen…

Auf jeden Fall freut es mich, dass rein optisch das Grün wieder in der Sammlung aufzufinden ist 😉

Farbe: heller Berstein

Aroma: Als erstes kommt eine angenehme Würze auf, die jedoch schnell wieder verfliegt und sich dann in eine reife Fruchtigkeit wandelt, könnte Pfirisch sein. Sherry ist nur leicht vorhanden, nicht so intensiv, wie der „Alte“. Der kam mir „schwerer“ und kräftiger vor. Zu der schönen Würze gesellt sich noch eine leichte Holzigkeit dazu. Im Allgemeinen wirkt er sehr süß.

Geschmack: Da lässt sich jemand Zeit… leichte Würze kommt ganz langsam auf. Deutlich mehr Sherry im Geschmack als im Aroma. Dunkle Früchte, Rosinen, Nüsse und ein Hauch Kaffee. Was mich dann aber positiv überrascht ist, wenn die leichten bitteren Noten ihren Dienst getan haben, kommt eine tolle Orangennoten zum Vorschein, die diesen Revival sehr schön abrundet.

Abgang: Mittellang mit einer süßen Trockenheit und Espresso.

Fazit: früher war alles besser? Kann ich hier zumindest mal nicht bestätigen ;-)… Ein schöner „Neuer“, den man jedoch nicht so ganz mit dem „Alten“ vergleichen kann. Dieser hier kommt mir irgendwie fruchtiger und süßer daher, was ich sehr gut finde. Der „Alte“ war deutlich kräftiger und nicht ganz so charmant :-)… Schönes rundes Teil was mir ganz gut gefällt. Jetzt hoffe ich nur noch, dass er sich preislich auch in einer ordentlichen Region einpendelt ;-).

85/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

#015 St. Kilian Batch No.6, „Bourbon meets Sauternes“, 44,9%

Moin Moin ihr Lieben…

Heute möchte ich euch das Batch No. 6 der deutschen Brennerei St. Kilian vorstellen.IMG_1523

St. Kilian Distillers ist eine deutsche Single Malt Whisky Destillerie aus dem beschaulichen Rüdenau, ca. eine Autostunde von Frankfurt am Main entfernt. Seit dem März 2016 entsteht und reift dort der erste St. Kilian Whisky nach schottischem Vorbild.

Um die Wartezeit auf den ersten „richtigen“ Single Malt zu verschönern, werden in regelmäßigen Abständen die sogenannten St. Kilian Batches auf den Markt gebracht, um vorab dem Kunden aufzuzeigen, wohin die Reise gehen wird. Für mich persönlich ist das eine tolle und sinnvolle Sache und verfolge den Werdegang von St. Kilian von Beginn an.

Beim Batch No.6 handelt es sich um einen fassgelagerten Malzbrand, der für mindestens 21 Monaten reifen durfte. Die Fasszusammensetzung sieht wiefolgt aus:

  • „Turf Dog“ (54ppm), „Turf Beast“ (92 ppm) und ungetorfer New Make destilliert im Jahr 2016
  • Ex-Bourbon Barrels (195 Liter)
  • Ex-Bourbon Quater Cask (55 Liter)
  • drei Französische Sauternes-Weißweinfässer (225 Liter)

Insgesamt wurden 5.200 Flaschen abgefüllt.IMG_1534

Farbe: Gold

Aroma: Als erstes kommt eine schöne aschige Rauchnote zum Vorschein. Im Vergleich zum Batch No. 4 ist diese hier deutlich kräftiger und präsenter. Was mir jetzt schon bei fast allen auffällt richtig gut gefällt,  ist diese hellfruchtige Note (grüner Apfel), die mich irgendwie immer an einen Glenfiddich erinnert. Soll jetzt nicht despektierlich klingen, ganz im Gegenteil ;-)!!! Es kommt noch ne angenehme Malz- und Getreidnote hinzu gepaart mit dieser schönen Süße der Sauternes-Fässer, erinnert ein wenig an gezuckerte Cornflakes. Holz bzw. Eiche habe ich hier keine, aber das kann man bei der kurzen Reifezeit auch noch nicht wirklich erwarten.

Geschmack: Klar, der Rauch ist deutlich im Vordergrund und schön angenehm aschig. Nachdem man sich ein wenig durch den Rauch durchgetankt hat, kommen die Cornflakes und die Hellfruchtigkeit durch, die mich jetzt aber doch eher an eine Birne erinnert. Zum Schluß, und das finde ich das Beste an diesem Batch, drückt dann diese Weißweinsüße durch die perfekt das Ganze abrundet.

Abgang: Kurz und schmerzlos… Klar der Rauch ist auch hier noch länger spürbar, aber mehr auch nicht, bei 21 Monaten aber auch klar.

Fazit: Wie ich schon gesagt habe, bin ich ein großer Freund dieser Brennerei und verfolge den Werdegang unheimlich gerne. Wie die anderen Batches auch, finde ich diesen hier sehr gelungen und freue mich, wenn die ersten Whiskys den Weg in die Shops finden. Man darf natürlich nicht die große Komplexität erwarten, dafür ist er noch viel zu jung. Aber was die Jungs mit der Auswahl der Fässer und in dieser kurzen Reifezeit auf die Beine stellen ist sehr beeindruckend. Leider wohne ich knapp 500km weg, was mir einen Besuch der Brennerei etwas erschwert, mal schauen, wann ich es mal schaffe.

81/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle

 

 

#014 Secret Speyside 16 Jahre, The Maltman, 51,8%

Hyper Hyper… Oder um es klarer zu betiteln, Secret Speyside 16 Jahre vom unabhängigen Abfüller „The Maltman“.

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Ja wo fange ich an… Der Andrang auf diese Abfüllung war in den letzten Tagen doch enorm beeindruckend und umso mehr freue ich mich, dass ich davon eine Flasche ergattern konnte. Jedoch nervte es mich schon nach dem ersten Schluck, dass ich ihn in meinen Flaschenteilung eingebaut hatte :-)!!!

Aber erstmal ganz von vorne…

„The Maltman“ ist eine Serie von Einzelfassabfüllungen des schottischen unabhängigen Abfüllers Meadowside Blending mit Sitz in Glasgow.

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Nach dem 10-bzw 14-jährigen Secret Speyside folgte im November 2018 der 16-Jährige. Die Brennerei wird bei diesen Abfüllungen nicht angegeben, die meisten „Insider“ sind sich grundsätzlich einig, welche Brennerei hier dahinter stecken sollte. Einen Beleg hat man jedoch nicht, dass sich hier das Große „M“ verbirgt ;-).

Dieser Speysider durfte, bevor er im September 2018 abgefüllt wurde, komplette 16 Jahre in einem First Fill Sherry Butt verbringen. Abgefüllt wurde in Fassstärke, nicht gefärbt und nicht kühlgefiltert. Insgesamt standen der Welt 681 Flaschen zur Verfügung.

Farbe: Kastanie, Mahagoni, dunkler Bernstein, Cola… Egal wie, es ist wahnsinnig dunkel.

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Aroma: Alter Verwalter… Da kommt einem eine „Schwere“ entgegen, die sich in der Nase richtig nach Sirup anfühlt. Hier ist so viel Sherryfass drin, Hammer!!! Aber noch nen Tacken länger und er wäre drüber gewesen. Ich habe dunkle frische Rosinen, reife Datteln, die Nusspallette hoch und runter, Melasse, aber auch im Hintergrund reife Früchte wie Apfelsinen… Bei dieser ganzen Sherrywucht hab ich ganz vergessen, dass der 51,8% Alkohol hat, die ich aber kaum wahrnehme… Krasses Aroma, schon lange nicht mehr so einen intensiven Sherry gehabt.

Geschmack: Bääm… Sherryreifung von Feinsten… Schöne schwere Sherrysüße. Anfangs habe ich das Gefühl, dass ich ihn zerkauen müsste, so schwer ist er. Viel Eiche und dann erst drückt der Alkohol mit ner tollen Würze. Der Sherry ist so extrem präsent, dass ich mich lange „durchkämpfen“ muss, um an die Fruchtigkeit, in Form der Aprikosen und Orangen, heranzukommen. Natürlich habe ich hier auch die frischen Rosinen und Datteln im Geschmack. Ein absolutes Brett!

Abgang: voll nach meinem Geschmack… Lang, holzig, fruchtig, schwer mit einer tollen Bitterkeit (Kaffee). Sehr sehr nachtragend der Gute.

Fazit: Für den Ausgangspreis von 117€ hätte ich mir im Nachhinein den Keller vollgestellt. Wenn man jetzt bedenkt, dass da eventuell ein M…..lan in Fassstärke dahinter steckt, dann ist das ein wahres Schnäppchen. Doch leider war der so schnell vergriffen, dass man nicht mal ansatzweise die Chance hatte, eine weitere Flasche abgreifen zu können. Leider explodieren die Preise über gewisse Plattformen ins Unermessliche, aber das ist ja heutzutage nichts Neues mehr. Aber das soll die Freude absolut nicht schmälern, ein weiteres schönes Highlight dieses Jahr.

93/100 Punkte

In diesem Sinne

Vielen Dank fürs Lesen

Euer Erle